Aktuelle Sonderausstellungen
Das LVR-LandesMuseum Bonn bietet ein breites Spektrum an Sonderausstellungen mit Themen von der Altsteinzeit bis in die Moderne. Im Zentrum des Programm stehen große archäologische und kulturhistorische Ausstellungen, die oft von den Fragestellungen der Dauerausstellung angeregt werden. Der bedeutenden Fotosammlung des Hauses wird mit einer eigenen Reihe zum Thema "Fotografie und Film" Rechnung getragen.
Die Reihe Zeichenkunst bietet, oftmals mit den großen Namen der Kunstgeschichte wie etwa Michelangelo, Bernini oder Rubens, eine auf wenige Exponate konzentrierte "Schule des Sehens". Kleinere Blickpunktausstellungen machen auf neue archäologische Entdeckungen aufmerksam. Hier werden auch die vielfältigen Forschungsergebnisse des Hauses, etwa aus der Restaurierungsabteilung, vorgestellt.
Die Ausstellungen werden nicht nur im eigenen Haus erarbeitet, sondern entstehen häufig mit Kooperationspartner im In- und Ausland. Großer Wert wird auf eine innovative und abwechslungsreiche Vermittlung gelegt: durch Computersimulationen, Audioguides, Kurzführer und große Mitmachbereiche für Kinder (und Erwachsene). Eine Mitmach-Ausstellungsreihe "nur für Kinder" rundet das Angebot ab.
Steppenkrieger - Reiternomaden des 7. bis 14. Jahrhunderts aus der Mongolei
26. Januar bis 29. April 2012
unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung / in Zusammenarbeit mit der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und dem Institut für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften / Gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Die Jurte wird aufgebaut (Eric Anders, LVR-Museumsverbund)

(Zeichnung: D. Podznyakov, Nowosibirsk)
Den zugleich bewunderten und gefürchteten Reiterkriegern aus der Mongolei widmet das LVR-LandesMuseum Bonn vom 26. Januar bis 29. April 2012 die Sonderausstellung „Steppenkrieger. Reiternomaden des 7. bis 14. Jahrhunderts aus der Mongolei". Erstmals können anhand einzigartiger Objekte Bewaffnung, Ausrüstung und Kleidung der Nomaden präsentiert werden. Anhand der Objekte gelingt ein tiefer Einblick in das Leben der Steppennomaden und damit in eine kulturelle Welt, die immer wieder die mitteleuropäische Geschichte maßgeblich beeinflusst hat.

Nachbau eines mongolischen Sattels (Foto: Jürgen Vogel, LVR-LandesMuseum)
Die Ausstellung zeigt ungewöhnlich gut erhaltene, bis zu 1.300 Jahre alte Objekte, die in den letzten Jahren in sogenannten Felsspaltengräbern in der Westmongolei entdeckt wurden, und die die das bisherige Wissen schlagartig erweitert haben. Dank des trockenen und kalten Klimas haben sich vergängliche Materialien wie Holz, Textilien, Federn, Tierhäute und Metalle exzellent erhalten. Reflexbögen, Köcher, Pfeile mit Befiederung und Reitzeug, aber auch Kleidungsstücke – darunter der älteste erhaltene Filzkaftan - und das älteste Saiteninstrument der Mongolei, eine Pferdekopfharfe, zeigen das Leben der eurasischen Steppenkrieger in bisher nicht gekannter Weise.
Die 2005 und 2010 geborgenen Felsgrabinventare wurden – dank des großen Vertrauens des Instituts für Archäologie der Mongolischen Akademie der Wissenschaften – schwerpunktmäßig in den Werkstätten des LVR-LandesMuseums Bonn analysiert und restauriert. Anhand der Analysen konnten neue Erkenntnisse über die handwerklichen Leistungen und das enorme technologische Wissen der Reiternomaden gewonnen werden. Diese Ergebnisse fließen ebenfalls in die Ausstellung ein: So wurden erstmalig mehrere Reflexbögen aus verschiedenen Jahrhunderten in ihrem komplexen Aufbau untersucht, um hinter das Geheimnis dieser, bis zur Einführung des Gewehrs, überlegenen Waffe zu kommen. Die Ergebnisse sind in einen Nachbau eingeflossen, der erprobt wurde und dessen Alltagstauglichkeit selbst bei widrigen Wetterverhältnissen tief beeindruckt.

Nachbau eines mongolischen Köchers und Pfeile (J.Vogel, LVR-LandesMuseum)
Die handwerklichen Leistungen und das enorme technologische Wissen der Reiternomaden konnten umfassend erforscht werden. Detaillierte naturwissenschaftliche und technologische Analysen an den Objekten bringen bisher kaum bekannte Aspekte der reiternomadischen Kultur ans Licht.
Die nie zuvor gezeigten Artefakte, eigens angefertigte Lebensbilder und Nachbauten durch professionelle Bogenbauer, Schmiede- und Holzfachleute machen die Ausstellung zu einer aufregenden Entdeckungsreise in die Weiten der eurasischen Steppen. Zwei vollständig eingerichtete Jurte laden jung und alt zum Eintauchen in die Lebenswelt der Reiternomaden ein.
Möglich wurde die Ausstellung aufgrund des Vertrauensvorschusses der mongolischen Seite die sensationellen Funde zur Untersuchung und Bearbeitung mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Ulan Bator nach Bonn bringen zu dürfen. Dank der maßgeblichen Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung konnten die Objekte mit modernsten Verfahren umfassend dokumentiert, analysiert, konserviert und restauriert werden, so dass ihr langfristiger Erhalt als bedeutendes kulturelles Erbe der Mongolei nun gesichert ist.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Er kostet im Museumsshop 19.90 Euro.
Ein reiches Rahmenprogramm bietet Musik, Filme, Tanz und einen Bogenbaukurs. Das Programmheft und den Flyer können Sie sich als .pdf herunterladen:
Steppenkrieger-Rahmenprogramm
Flyer Steppenkrieger
s. auch www.steppenkrieger.info
Elefantenreich - Eine Fossilwelt in Europa
Schon über 70.000 Besucher, verlängert bis 5. Februar 2012!
In Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt - Landesmuseum für Vorgeschichte Halle/Saale

Rekonstruktion Alt-Elefant
Foto: Theo Gerhards, LVR-LandesMuseum Bonn
Rund 200.000 Jahre alt ist der Schatz, den Archäologen während vieler Jahre vor dem Schaufelradbagger in der Braunkohlegrube Neumark-Nord gerettet haben.
In den fossilen Sedimenten blieben die Relikte eines ganzen Seebiotops erhalten, das die Vielfalt und die Fremdartigkeit einer längst vergangenen Urwelt zeigt. Heute ist diese Fundstelle eine der bedeutendsten Informationsquellen zur Altsteinzeit in Europa.

Foto: Juraj Lipták / Copyright: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Im Zentrum der vom Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte Halle erarbeiteten Ausstellung stehen die Überreste von 70 Eurasischen Altelefanen, die im und am See starben. Diese Kolosse überragten deutlich die Körperhöhe heutiger Elefanten. Ihre gut erhaltenen Skelette bieten eine weltweit einzigartige Möglichkeit zur Erforschung der packenden Evolutionsgeschichte dieser für uns heute fremden Geschöpfe.
Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern erforscht die Fundstelle Neumark-Nord. Ihnen offenbart sich ein geradezu südländisches Ökosystem, das wärend einer Wärmephase des Eiszeitalters existierte. Die extrem gut erhaltenen Reste von exotischen Tieren und sagenhaften 186 Pflanzenarten illustrieren gut die Entfaltung einer üppigen Lebenspracht. Von kleinen Käfern und Schmeißfliegen bis hin zu Hyänen zeigt sich eine vergessene Lebensvielfalt im Herzen Europas.

Feuersteinwerkzeuge aus Neumark-Nord
Foto: Juraj Lipták / Copyright: Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Verschiedene Werkzeuge belegen die Anwesenheit des Urmenschen - Vorläufer des Neandertalers - und dessen intelligentes Handeln in diesem Naturraum.
Die Uferzonen waren hervorragende und häufig aufgesuchte Jagdreviere. Ergänzend werden weitere prominente Funde präsentiert: die etwa zeitgleichen Menschenknochen von Weimar-Ehringsdorf sowie die Holzlanze von Lehringen, die im Brustkorb eines Elefanten steckte.
In ihnen begegnen wir diesen routinierten Urzeitjägern und ihrem mutigen Vorgehen persönlich.
Die Ausstellung wird in Bonn in idealer Weise durch rheinische Funde rund um das Original des Neandertalers und die neuesten Forschungen aus dem LVR-LandesMuseum ergänzt. Sie bietet so einen einzigartigen Einblick in die Welt vor 200.000 Jahren, als die Menschen in Europa nicht nur Waldelefanten, sondern auch Nashörnern, Büffeln und Höhlenlöwen begegneten.

Ein Elefantenreich für Kinder
Im Mitmachbereich können Kinder, die mit ihren Eltern kommen und Schulklassen eine große Landschaft nach ihren Wünschen frei gestalten. Die verschiedenen Tiere von der urzeitlichen Fundstelle stehen zum Spielen bereit. Hier können die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Bei gemeinsamen Aktivitäten werfen sie zugleich einen Blick in die längst vergangene Lebenswelt vor 200.000 Jahren mitten in Deutschland. Anfassen, ausprobieren und selbst gestalten ist natürlich erwünscht! Kinder und Erwachsene können in einer Leseecke ihr Wissen vertiefen. Sonntags und in den Osterferien von 11.00 bis 17.00 Uhr ist der Mitmachbereich pädagogisch betreut.
Museum + Zoo = Sparen
Erst die Altelefanten im LVR-LandesMuseum besuchen und dann die Zeitgenossen im Kölner Zoo, oder andersherum!
Bei Vorlage des Museumstickets erhalten Erwachsene ermäßigten Eintritt im Kölner Zoo. Andersherum funktioniert es genau so: Legen Sie Ihr Zooticket an der Museumskasse vor und Sie zahlen den vergünstigten Einritt. Die Aktion gilt im Zeitraum 14.04.-06.11.2011.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre besuchen die Ausstellung kostenlos!

Sparen Sie mit der BahnCard! Inhaber der BahnCard erhalten bei Vorlage der BahnCard den vergünstigten Eintrittspreis von 6,- Euro statt 8,- Euro. Weitere Informationen finden Sie unter www.bahn.de/kultur