Szene Rheinland
Die Ausstellungsreihe „Szene Rheinland" widmet sich der vielfältigen und lebendigen zeitgenössischen Kunst im Rheinland. Die Ausstellungen bieten einzelnen Künstlern Gelegenheit, ihre Werke zu zeigen. Sie sind keine Retrospektiven, sondern präsentieren "work in progress". Zu sehen sind ausschließlich Arbeiten der letzten Jahre.
Zu jeder Ausstellung erscheint ein Katalog; das Begleitprogramm bietet Werkgespräche mit dem jeweiligen Künstler oder der Künstlerin.
Eckard Alker - Zeichnungen
Die Farben des Schattens
9. Februar bis 9. April 2012
"Die Farben des Schattens - die Idee der Gegenüberstellung von Linie und Fläche, die sich so umfangreich entwickelte. Es scheint merkwürdig, was für eine Umgebung sie bilden, als spannungsvolle, überraschende Bildphantasien im Dialog.
Die aus zwei Teilen bestehende Komposition erinnert an das Diptychon, das tragbare Klappaltärchen oder Andachtsbild - oder formiert sich aus den Teilen vielmehr eine neue Einheit? Vor allem entstand eine Wirklichkeit der leisen Klänge, ein Spektrum der Alltagswelt enthoben. Kleine Vergänglichkeiten mit dem Reiz des Spiels. Bilderbogenartig sieht man das Formenrepertoire mit inhaltlicher Verwandtschaft. Verschiedenartige, aus der Farbe entwickelte Schattenfiguren/Silhouetten bilden den Gegensatz zum vorgefundenen Material (Print Medien).
Gelegentlich verwandelt sich die Ausdehnung der Struktur durch schwarze, rhythmisch grobe Linienfelder in übersichtliche Kompositionen, die letztlich nur noch auf sich selbst verweisen, das heißt auf nichts außerhalb des Bildes. Man begreift zunehmend die facettierte Struktur der Widersprüche, Farben und Formen im Gegenstück, in der Unähnlichkeit als Metapher einer Kunstproduktion. "Sich selbst genug weisen sie kaum bedeutend auf etwas hin. Ihre Bedeutung liegt ausschließlich in den Bildern selbst."
Arnold Böckling meinte, "ein Kunstwerk sei wie eine große Improvisation." Mein Einfall, den ganz aus der Einbildung gewonnenen Motiven einen Klang, eine Sprache zu geben - in Form und Wirkung von zwei konträr zueinander stehenden Arbeiten und doch korrespondierenden Kompositionen." (Eckard Alker)
Elger Esser
Lichte Weite
26.04. - 24.06.2012
Der in Düsseldorf lebende und arbeitende Fotokünstler Elger Esser ist Träger des Kunstpreises des Rhein-Sieg-Kreises 2010.
In der Begründung der Jury heißt es: „Die Arbeitsweise Essers, der in den 1990er Jahren in der Studienklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, ist von Beginn an einer strengen Konzeptualität verpflichtet. Ausgehend von einem bilddokumentarischen Ansatz, wie er für die Studienklasse von Bernd Becher charakteristisch ist, entwickelt Esser im Genre des Landschaftsbildes eine eigene singuläre Position, die von hoher atmosphärische Dichte und Emotionalität geprägt ist.
Als zentrales Gestaltungselement dient ihm hierbei eine autonome Farbigkeit, die in der Betrachtung eine melancholische Wirkung entfacht. Ihre motivische Herleitung schöpfen die Landschaftsaufnahmen bewusst aus dem Bilderfundus vordigitaler Epochen. Essers Werkserien betten sich somit in eine Tradition des Bildes ein, die mit Kalkül über das Medium der Fotografie hinausreicht."
Mehr Informationen zum Rheinischen Kunstpreis des Rhein-Sieg-Kreises
Wie sich Deutschland neu erfand
Fotografien von Karl Hugo Schmölz aus dem Archiv Wim Cox
kuratiert von Thomas Linden
06.09.-28.10.2012
Die Geschichte der deutschen Fotografie hält noch Entdeckungen bereit. So ist das Werk der Kölner Architekturfotografen von Karel Hugo Schmölz einer größeren nationalen Öffentlichkeit bisher unbekannt geblieben, obwohl Ästhetik und handwerkliche Qualität dieser Arbeiten einen außerordentlichen Rang besitzen.
Birgitta Weimer:
Survivors and Other Beings
Ende November 2012 bis Anfang Januar 2013
Die Dritte Natur als Fusion zwischen Natur und Technik, die in den Life Sciences rasant weiter entwickelt und zur Anwendung gebracht wird, charakterisiert unsere Zeit und unser Menschenbild.
Unter dem Titel Survivors and Other Beings zeigt Birgitta Weimer im LVR-LandesMuseum Bonn Skulpturen, Installationen, Arbeiten auf Papier und Filmskizzen aus den Jahren 2009 bis heute.
Die Survivors (2011), eine dreiteilige Skulpturengruppe, bilden eine neue Population von Mutanten aus Natur und Technik. Sie sind Wesen der vollendeten Fusion aus Natur und Technik und somit Schöpfungen der dritten Natur. Die Survivors bilden eine Gruppe: Sie stehen für sich, sind aber ineinander verschränkt, sie bieten sich gegenseitig Schutz und bilden ein Netzwerk.
Gemäß ihrer Thematik benutzt Brigitta Weimer industrielle Materialien aus dem Laborbereich wie Vinnylan und Gummi, aber auch Acrylglas und Stahl, die sie zu Wandobjekten und raumgreifenden Installationen kombiniert. Ein subtiler Umgang mit Materialien unterschiedlicher Aggregatzustände kennzeichnet ihr Werk.
"Zeitgenössische Künstler, die wie Birgitta Weimer an einer Neuformulierung des Menschenbildes und unseres Naturverständnisses arbeiten, ...schaffen Archive, die nicht mehr Objekte einer kulturalisierten zweiten Natur beherbergen, sondern Manifestationen einer dritten Natur, in der die Shären des Künstlichen und Natürlichen fusionieren.... Das Menschenbild, das die dritte Natur hervorbringt, sieht den Einzelnen im Kontext eines komplexen Gefüges von wechselnden Abhängigkeiten. Es schützt uns so vor autoritären Entwürfen - zugleich zeigt es aber auch, dass in Zukunft die Souveränität nicht nur des einzelnen Menschen, sondern ganzer Staaten begrenzt sein wird." (Söke Dinkla in Birgitta Weimer: Die dritte Natur, S. 28)
Ulrich Wagner
Ortsgedächtnis - Gedächtnis der Orte

Installation von Ulrich Wagner
Copyright: Ulrich Wagner
Der Kölner Künstler Ulrich Wagner, Preisträger des Leo Breuer-Preises des LVR und Inhaber des Kritikerpreises 2009 schafft seit vielen Jahren begehbare Lichträume, gebaut aus handgeschöpftem Papier.
Für diesen Lichtraum hat sich Ulrich Wagner mit den Orten, Architekturen und Strukturen des Nationalsozialismus im Rheinland auseinandergesetzt. Dabei hat er die Ergebnisse monatelanger Recherchen auf der Basis von Interviews, Akten, Gebäudegrundrissen, Lageplänen und Aufzeichnungen verarbeitet. Ein gleichzeitig entstandener Film unter der Regie des mehrfachen Grimmepreisträgers Frieder Wagner dokumentiert die Entstehung der Rauminstallation.
Als nachdenklicher Grenzgang bereichert Ulrich Wagners Arbeit den Bereich Macht und Mächte des LVR-LandesMuseums, der an vielen Beispielen das Verhältnis von Kunst, Politik und Gesellschaft thematisiert.
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