Pietà Roettgen
Pietà Roettgen
Um 1360
Mittelrheingebiet
Inventar-Nummer 24189 – Pappel- oder Weidenholz
Gesamthöhe: 89 cm, Breite 49,5 cm, Höhe des Sockels (ohne Plinthe) 19 cm
Gekennzeichnet von tiefem Schmerz blickt Maria auf den geschundenen Leichnam ihres Sohnes. Wie die junge Mutter Maria ihr Kind auf dem Schoß hält, so hält sie den toten Körper Jesu in ihren Armen. Der gläubige Christ versenkte sich in Andacht in dieses Geschehen, das zeitlich zwischen der Kreuzabnahme Jesu und seiner Bestattung anzusetzen ist.
Die Pietà-Darstellung
Die Pietà enthält einige symbolisch zu verstehende Motive. Das Blut, das aus der Seitenwunde Jesu quillt, ähnelt Weintrauben. Aus ihnen wird der Wein für das Abendmahl, die Eucharistie, gekeltert. Die auf den Sockel der Pietà aufgesetzten ursprünglich versilbert und vergoldeten Rosetten weisen auf die Verehrung Marias als „rosa mystica" (mystische Rose) hin. Auch die Haare Marias waren vergoldet, ebenso wie die Schmuckborten ihres Mantels. Der Gesamteindruck dürfte daher bei allem Ausdruck des Leidens feierlich, sogar heroisch gewesen sein.
Das Motiv der Pietà findet sich nicht in den Evangelien, sondern taucht erst im 13. Jahrhundert auf. Verbreitet wurde es vor allem durch die deutsche Mystik. In den Klöstern wurde gegen Abend, beim Vespergebet, auch des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Daher spricht man, anstelle des italienischen Begriffs für „Mitleid" (Pietà), auch von einem Vesperbild.
Die Holzplastik wurde 1912 aus der Kunstsammlung des Bonner Kaufmanns Carl Roettgen erworben.
Standort: momentan zu sehen in der Sonderausstellung "Schöne Madonnen" vom 26. November 2009 bis zum 25. April 2010 hier im LandesMuseum.