Die ‚Gustorfer Chorschranken'
Die so genannten Gustorfer Chorschranken sind unvollständig erhalten. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Jesu Christi. Hier rechts: der Engel der Verkündigung mit Hirten; links: die Heiligen Drei Könige; in der Mitte: Maria mit dem Jesuskind. Foto: A. Thünker DGPh
Um 1150 / 60
Prämonstratenser−Abteikirche Knechtsteden
Inventar-Nummer 39,1069-1080 – Kalkstein
Höhe der Platten: zwischen 85 und 87 cm, Breite: zwischen 67,5 und 36 cm
Foto: A. Thünker DGPh
Nur drei große Steinreliefs haben sich von einer ehemals weit mehr Personen aus der christlichen Heilsgeschichte umfassenden Chorschranke erhalten. Selbst dann ist der Bilderzyklus in seiner Größe in Deutschland einmalig. Er zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Qualität der romanischen Steinmetzarbeiten aus. Stilistische Vergleiche lassen darauf schließen, dass hier die selben Handwerkern gearbeitet haben, wie im Kreuzgang der Benediktiner-Abtei Brauweiler in der Nähe Kölns.
Die dargestellten Personen
Die Heiligen Drei Könige mit Maria und dem Jesuskind sowie die drei Frauen am leeren Grab Jesu und der die Auferstehung verkündende Engel bilden die inhaltliche Klammer des Bildzyklus. Mit expressivem Ausdruck rauscht der Engel zur Verkündigung der Geburt Jesu an die Hirten vom Himmel herab. Maria hingegen blickt hoheitsvoll auf den Betrachter.
Ebenso statuarisch-hoheitsvoll ist die Darstellung Christi und der drei erhaltenen Apostel, von denen zwei identifiziert werden können als Johannes und Paulus. Ursprünglich müssen alle zwölf Jünger Jesu vorhanden gewesen sein. Die Fundamente für einen so großen Bildzyklus, der die Funktion eines Lettners, einer Trennung zwischen dem klösterlichen Bereich und dem der Gemeinde hatte, fand man in der Abtei Knechtsteden. Eine Zuordnung dorthin ist nunmehr als gesichert anzusehen.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss Altbau, Oberlichthalle