Der Helm des Herrn von Morken
Helm des Herr von Morken, 6. Jahrhundert. Foto: A. Thünker DGPh
Um 600
Fundort: Morken, Gemeinde Bedburg, Rhein-Erf-Kreis
Inventar-Nummer 55,435u – Eisen, Bronzeblech vergoldet
Höhe 18 cm, größter Durchmesser 22,5 cm
Foto: A. Thünker DGPh
Bevor der Braunkohlentagebau den Ort Morken erreichte, fand 1955/56 eine Ausgrabung des Rheinischen LandesMuseums Bonn statt. Ihr bedeutendster Fund war das Holzkammergrab eines fränkischen Adeligen unter der romanischen Pfarrkirche. Eine Reihe von Beigaben wurden ihm für das Jenseits mitgegeben, so auch eine Goldmünze, ein Charonspfennig, die in seinem Mund lag.
Tracht und Helm
Von der Tracht des Toten blieben nur eine sehr gut erhaltene Schnalle und ein rechteckiger Beschlag erhalten. Beide sind schön mit Silber und Buntmetalleinlagen verziert, und haben zu einem Gürtel gehört. Wertvoll war auch der Helm, dessen Machart darauf hindeutet, dass er aus dem byzantinischen Machtbereich stammt. Über eine kegelförmigen Haube aus Eisen wurden vergoldete und verzierte Bronzebleche montiert. Am Stirnreif sind u. a. Löwen, Vögel, die an Trauben picken sowie Weinranken zu erkennen. Ob die Motive aus der antiken Kunst übernommen wurden, oder ob ihnen eine christliche Symbolik zugrunde liegt: diese Frage ist schwer zu entscheiden.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Macht und Mächte", Zweites Obergeschoss, Altbau im Eingangsbereich