Frühes Mittelalter
Franken ● Machtübernahme ● Romanik
Zeichnung von Gideon Karnath: Fränkisches Dorf
Überfälle der Franken in der Mitte des 3. Jahrhunderts schockieren die Römer. Ein Jahrhundert später: Der gemeinsame Dienst im römischen Heer nähert Germanen und Römer einander an. Der in der Bonner Jakobstraße gefundene römische Sarkophag mit den Beigaben für einen germanischen Krieger ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Nach 450 wandern Franken in großer Zahl in ehemals römische Gebiete links des Rheins ein. Fränkische Kleinkönige übernehmen die Macht. Die Franken siedeln vorwiegend auf dem Land in einfachen Holzhäusern. In Reihengräberfeldern werden nach germanischer Sitte Frauen mit ihrem Schmuck, Männer mit ihren Waffen bestattet.
Römische Zwiebelknopffibel aus einem Männergrab aus Bonn, Jakobstraße. Foto: A. Thünker DGPh
Fränkischer Goldschmuck aus Hürth.
Fränkische Waffen. Foto: Schafgans
Chlodwig tritt um 500 als erster germanischer Herrscher zum katholischen Glauben über: eine Entscheidung von weitreichender Bedeutung. Latein bleibt die Sprache der Verwaltung und der Kirche.
Die Christianisierung führt anfangs zum Bau schlichter, kleiner Kirchen. Karl der Große lässt in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts in seiner Residenz Aachen nach byzantinischen Vorbildern seine Pfalzkapelle, den heutigen Aachener Dom, erbauen. Dessen Kuppel, das Oktogon, ist zu dieser Zeit die größte nördlich der Alpen.
Um das Jahr 1000 entstehen Kirchenbauten im romanischen Stil mit seinen charakteristischen Rundbögen. Der Gesamteindruck ist eher gedrungen; im Innern herrscht ein feierliches, gedämpftes Licht vor.