Hoch- und Spätmittelalter
Christentum ● Kreuzzüge ● Gotik ● Städte
Kreuzigungsgruppe aus Trechtingshausen.
Das Christentum bestimmt das Leben. Von der christlichen Heilserwartung zeugen gotische Kirchen, fromme Stiftungen, Altarbilder und Heiligenskulpturen. Der neue Baustil ist sichtbar in nach oben strebenden Spitzbögen und Fenstern, durch deren farbige Verglasung das Licht in den Kirchenraum flutet. 1248 erfolgt die Grundsteinlegung für den Kölner Dom.
Die Gesellschaft ist nach Ständen gegliedert: ganz oben König und Geistlichkeit, darunter der Adel, ganz unten die Bauern. Rittertum und Minnesang verklären bis heute das Bild.
Bartholomäus Bruyn der Ältere: Die drei Stände der Christenheit.
1095 fordert Papst Urban II. die „Befreiung" Jerusalems von der Herrschaft der Muslime. Fanatischer Glaubenseifer führt bereits zu Beginn des 1. Kreuzzugs zur Ermordung vieler „Ungläubiger"; zu den ersten Opfern zählen Juden im Rheinland.
Im 13. Jahrhundert beginnt der Aufstieg des Bürgertums; die Städte gewinnen an Bedeutung. „Stadtluft macht frei" ist der Lockruf für die arme Bevölkerung auf dem Land.
Kölner Meister: Marienaltärchen – Detail aus der Mitteltafel. Foto: Schafgans
Der florierende Handel macht viele reich. Das politische Selbstbewusstsein der städtischen Führungsschichten führt in Köln zu einer Rebellion gegen den Erzbischof als Stadtherrn. Seine Niederlage 1288 in der Schlacht bei Worringen beschneidet seine Rechte in der Stadt dauerhaft. Graf Adolf V. von Berg, einer der Sieger bei Worringen, erhebt Düsseldorf zur Stadt.
Von 1300 bis in das 16. Jahrhundert arbeiten in Köln eine Reihe bedeutender Künstler. Nur wenige wie Stefan Lochner (+ Köln 1451) sind namentlich bekannt. Diese Mitglieder der sogenannten „Kölner Malerschule" malen ihre Motive auf Goldgrund. Die Figuren strahlen Anmut aus. Erst nach der Mitte des 15. Jahrhunderts gewinnt der niederländische Realismus an Einfluss.