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LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Münzforschung

Mit freundlicher Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland    

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und der

Logo der Gerda Henkel Stiftung


Der Silberschatz im Boden – rund 9000 Münzen künden von intensiven Kontakten zwischen Frankreich und dem Rheinland um das Jahr 1300

Forschungsprojekt: „Der Turnosenschatz vom Boeselagerhof, Stadt Bonn. Seine Stellung im rheinischen Geldumlauf an der Schwelle zum Spätmittelalter und als Zeugnis intensivierter Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und dem Rheinland." Das Projekt wird unterstützt durch die Gerda Henkel Stiftung.

Am 22. Februar 1962 kam bei Grabungsarbeiten zur Errichtung des Stadttheaters auf dem Gelände des ehemaligen Boeselagerhofes in Bonn einer der bedeutendsten mittelalterlichen Schatzfunde auf deutschem Boden zutage: Über 9.000 Silbermünzen, auf einen Bronzetopf und einem Tonkrug verteilt, die kurz nach 1300 der Erde anvertraut worden waren.

 

Turnosgroschen von König Philipp IV. von Frankreich, um 1290 geprägt. Vorderseite der Münze zeigt ein von zwei Schriftreihen umgebenes Kreuz.

Turnosgroschen von König Philipp IV. von Frankreich, um 1290 geprägt. Die Vorderseite der Münze zeigt ein von zwei Schriftreihen umgebenes Kreuz.

Foto: C. Klages, LVR-LandesMuseum Bonn

Die Bedeutung dieses Schatzes zeigte sich ausdrücklich auch darin, dass er vor etwa zwanzig Jahren als ein bewegliches Bodendenkmal in die Denkmalliste im Sinne des § 2 des Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler im Landes Nordrhein-Westfalen (Denkmalschutzgesetz) eingetragen wurde. Eine solche Unterschutzstellung wird ausschließlich auf archäologisch einzigartige und wichtige Funde angewendet.
Bevor sich die Auffindung dieses bedeutenden Schatzes nun zum fünfzigsten Mal jährt, wird er dank der großzügigen Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung sowie durch das freundliche Entgegenkommen der Familie von Boeselager zum Gegenstand eines eigenen Forschungsprojektes am Münzkabinett des LVR-LandesMuseums Bonn.

 

Rückseite des Turnosgroschens von 1290 mit stilisierter Darstellung einer Kirche, außen umgeben von einem Lilienfries

Rückseite des Turnosgroschens von 1290 mit stilisierter Darstellung einer Kirche, außen umgeben von einem Lilienfries.

Foto: C. Klages, LVR-LandesMuseum Bonn

In dem April 2010 begonnenen, zweijährigen Forschungsprojekt, wissenschaftlich geleitet von Dr. Klaus Petry, einem der führenden Fachleute im Bereich der Mittelalternumismatik an Rhein und Mosel und unter Mitwirkung des Landesmuseums, der Stadt Bonn/Stadtarchiv und mehrerer Fachwissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen soll der Fund interdisziplinär unter numismatischen, historischen und naturwissenschaftlichen Gesichtspunkten untersucht werden. Man erwartet davon eine bessere Kenntnis über die Prägeorte und den chronologischen Prägeablauf besonders der mehr als 1600 Turnosgroschen, ihre Funktion im damaligen einheimischen Geld- und Zahlungsverkehr sowie über die mögliche Ursachen der Schatzverbergung. Der Blick auf die damalige Geschichte Bonns sowie auf überregional geldgeschichtliche Aspekte, die sich aus der Untersuchung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Frankreich und dem Rheinland im späten Mittelalter ergeben, ergänzen die numismatischen Fragestellungen. Als Auftaktveranstaltung fand Ende Mai 2010 eine Tagung rund um den numismatisch ähnlichen Schatzfund von Erfurt im LVR-LandesMuseum Bonn statt.

Haben Sie Fragen zu diesem Projekt oder können Sie zu diesem Schatz gehörige Fundstücke melden? Wir freuen uns über Ihren Anruf!

LVR-LandesMuseum Bonn
Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte
Münzkabinett
Dr. Claudia Klages
Tel.: +49 / 0228 / 2070 - 249