Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Die Geschichte des LVR-LandesMuseums Bonn

Das heutige LVR-LandesMuseum Bonn verdankt sein Bestehen einer Anordnung des Preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg. Am 4. Januar 1820 wurde es als Museum Rheinisch-Westfälischer Alterthümer in Bonn gegründet. Als Leiter bestimmte Hardenberg den preußischen Hofrat Wilhelm Dorow.  Der Verein der Freunde und Förderer des Rheinischen LandesMuseums – Wilhelm Dorow-Gesellschaft - trägt seinen Namen, und hält so die Erinnerung an diesen bedeutenden Archäologen wach.


Der Auftrag des Museums

Sammeln, bewahren, forschen, publizieren und die Jugend unterrichten – dies war der Auftrag Hardenbergs an den neuen Leiter. Dorows bedeutendster Ankauf war in Kleve der Grabstein des römischen Hauptmanns Marcus Caelius (gefallen in der Varus-Schlacht, 9 nach Christus).
Grabstein M. Caelius 


Die Universität und das Museum

Viele Bonner Professoren hielten die rheinischen provinzialrömischen Objekte für uninteressant. Als daher Dorow 1822 nach vielen Anfeindungen seine Arbeit beendete, brachte die Universität die ungeliebte Sammlung bis 1874 in Abstellräumen unter.


Der Altertumsverein

1841 wurde von Privatleuten in Bonn der Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande gegründet. In größerem Umfang wurden nun mittelalterliche Kunst sowie urgeschichtliche und provinzialrömische Funde wissenschaftlich erforscht. Als Publikationsreihe wurden die heute so genannten Bonner Jahrbücher ins Leben gerufen. Seit 1864 kauft der Verein wichtige regionale Objekte aus der Antike, dem Mittelalter und - seit kurzem - auch aus der Moderne und stellt sie als Dauerleihgaben dem Museum zur Verfügung. http://www.av-rheinland.de/ Auch bedeutende Teile der Bibliothek des LVR-LandesMuseums sind Eigentum des Altertumsvereins.


Der Neubeginn

Dessen beharrlichen Eingaben an das preußische Kultusministerium ist es zu verdanken, dass der Rheinische Provinziallandtag 1874 beschloss, das Provinzialmuseum Bonn einzurichten. Träger des Museums wurde die Provinzialverwaltung der Rheinlande, der heutige Landschaftsverband Rheinland. Der erste Direktor war Ernst aus'm Weerth (1876−1883), der neben vielen weiteren bedeutenden Objekten 1876 auch die Neandertaler-Funde für das Museum ankaufte.

Das Foto zeigt die Haupteingangsfront des Museums vor 1937. Sie ist im Stil der Neorenaissance gebaut. Eine Treppe führt zur Eingangstür. Die Giebelinschrift lautet ANTIQUITATI RHENANORUM [frei übersetzt: Den rheinischen Altertümern].Haupteingangsfront des Rheinischen Landesmuseums Bonn vor 1937 mit der Giebelinschrift ANTIQUITATI RHENANORUM [frei übersetzt: Den rheinischen Altertümern].

Die Neubauten von 1893 und 1909

1893 wurde der Museumsneubau in der Colmantstraße eröffnet. Bereits 1909 kam für die Gemäldegalerie – zum großen Teil die Sammlung des Ehepaares Otto und Mathilde Wesendonck –, ein Erweiterungsbau hinzu. Dieser Teil des Museums wird heute „Altbau" genannt.

In der Oberlichthalle des Museums fand 1909 die feierliche Einweihung des Erweiterungsbaus statt. Hinter den Honoratioren ist das Godesberger Hochkreuz zu erkennen.Einweihungsfeier des Neubaus 1909

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt der umfangreichen Ausgrabungen des Museums auf der Zeit der römischen Herrschaft im Rheinland. Als wissenschaftliche Forschungsstätte hatte das Provinzialmuseum auch international einen hervorragenden Ruf. Die Präsentation der Objekte in der Dauerausstellung wurde jedoch kritisiert als lediglich für Wissenschaftler interessant.  

Blick in die Oberlichthalle, vor 1933. Um das Godesberger Hochkreuz gruppieren sich eng nebeneinander Vitrinen, römische Steindenkmaler und Modelle. Auf dem darüber liegenden Stockwerk erkennt man ein Fülle mittelalterlicher Skulpturen.Blick in die Oberlichthalle, vor 1933

Die Provinzialverwaltung beschloss daher 1930 eine Neugestaltung. Attraktivität für die Besucherinnen und Besucher wurde gefordert. Ferner sollten die Urgeschichte, das Mittelalter und die Neuzeit stärker betont werden.

Die Idealbüste des Arminius von Otto Land zeigt einen Mann mit langem, schmalem Schädel, lockigem Haar und entschlossenem Gesichtsausdruck. Seine Rolle als germanischer Held wird betont durch den Titel des Werkes „Hermann der Deutschen BefreierOtto Land: Hermann der Deutschen Befreier, 1936


Die Politisierung der Sammlungsbestände

Auf Druck der Nationalsozialisten wurde das Museum ab Ende 1933 zu einem „Volks- oder Erziehungsmuseum" umgestaltet. Die Objekte von der Vorgeschichte bis zum frühen Mittelalter wurden missbraucht als angebliche Zeugnisse des heroischen Kampfes der Germanen gegen das Römische Reich.


Gemäldeabteilung und Raubkunst

Auch die Gemäldeabteilung erfuhr eine radikale Veränderung. Von der Sammlung Wesendonck blieben nur Gemälde mit rheinischem, niederländischem oder flämischem Bezug im Museum. Nicht zuletzt auf Betreiben des Landesrats für Kultur kamen Gemälde hinzu, die teils aus jüdischem Besitz, teils aus den nach 1939 von der Wehrmacht besetzten Staaten Westeuropas stammten. Die meisten wurden, da sie Raubkunst waren, nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten wieder zurückgegeben.

Mehr Informationen zur Provenienzforschung.

www.badv.bund.de

www.lostart.de

Die Dauerausstellung von 1935 und 1936

1934 wurde das Provinzialmuseum umbenannt in Rheinisches Landesmuseum Bonn. Im April 1935 und im April 1936 wurde die neue Dauerausstellung wiedereröffnet. Sie war technisch auf dem neuesten Stand. Wenige, aber bedeutende Objekte wurden allgemein verständlich präsentiert. Andere Museen nahmen sich dies zum Vorbild.

Im Gegensatz zur alten Aufstellung nach 1909 stehen in der Oberlichthalle nur noch wenige freistehende römische Objekte und Vitrinen.Blick in die Oberlichthalle, 1935

Das seit August 1939 für die Besucher geschlossene Museum wurde 1944 bei alliierten Luftangriffen erheblich beschädigt.


Der Neuanfang von 1967

1967 wurde im Neubau des Museums der erste Teil der Dauerausstellung eröffnet. Im Altbau kam 1969 der zweite Teil dazu. Die inhaltlich neu gestaltete, attraktive Schausammlung richtete sich an den interessierten Laien. Generell orientierte sich die Aufstellung an den Epochen.
Das Museum war zudem bekannt und beliebt wegen seiner vielseitigen Veranstaltungen, die viele Jahre dazu beitrugen, die Hemmschwelle vor dem Museumsbesuch zu senken.

Im Glasvorbau der Fassade des Museums von 2003 erkennt man vor den Holzschotten rechts die römischen Aachener Arkaden und weiter links das gotische Godesberger Hochkreuz. Links vor dem Museum steht die Raumplastik von Norbert Kricke.Ansicht der neuen Fassade des Museums von 2003 bei TageBlick in den Themenraum Grabriten. Er gehört zu dem großen Thema Von den Göttern zu Gott. Die so genannte Gräberstraße ist rechts und links flankiert von einer Reihe römischer Grabsteine und Vitrinen mit Grabbeigaben. Im Hintergrund die Rekonstruktion des Wagens von Bell und des keltischen Toten. Blick in den Themenraum "Grabriten". Er gehört zu dem großen Thema "Von den Göttern zu Gott".

Das Themenmuseum von 2003

Seit dem Ende der 1980er Jahre war klar, dass das Gebäude und die Schausammlung eine gründliche Neugestaltung benötigten. Dem Beginn der Rückbaumaßnahme im Sommer 1998 gingen jahrelange Planungen voraus. Die Neueröffnung des Museums fand im November 2003 statt.

Anhand von neun Themen sollten die Besucher  die Sammlung neu erleben können. Die Objekte aus verschiedenen Zeitstufen treten im neuen Themenmuseum in einen spannenden Dialog miteinander.

Seit Dezember 2008 trägt das Haus einen neuen Namen: LVR-LandesMuseum Bonn.