Bertold von Nördlingen, Bornhofener Altar
Bertold von Nördlingen: Altar aus der Kirche in Kamp-Bornhofen. Die Darstellung der heiligen Scholastika befindet sich auf der Innenseite des Altares.
Datiert 1415
Wallfahrtskirche Kamp-Bornhofen, Rhein-Lahn-Kreis
Inventar-Nummer GK 150-159 – Tannenholz
Dauerleihgabe des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande
Acht Tafeln mit Heiligen: Höhe je 102 cm. Breite 42 cm. Zwei Tafeln mit Passionsszenen: Höhe je 133 cm, Breite 172 cm
Foto: LVR-LandesMuseum Bonn
Selten ist in der mittelalterlichen Kunst der Name eines Malers bekannt. Am Fuß dieses Altarbildes befand sich jedoch eine Inschrift, in der Bertold von Nördlingen als Künstler genannt und als Datum das Jahr 1415 angegeben wird. Von seinem Schaffen ist nur dieses Altarbild überliefert. Die Innenseiten schmücken die Darstellungen von acht prunkvoll gekleideten weiblichen Heiligen. Die Außenseiten zeigen Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu. Sie waren nur zu sehen, wenn der Altar während der Fastenzeit geschlossen wurde. Die karge Darstellung war Absicht; sie lud den Gläubigen zur stillen Betrachtung ein.
Unterhalb der Kreuzigung knien die wichtigsten Stifter dieses Altarbildes. Anhand des Wappens können sie identifiziert werden: es ist das Grafenpaar Johann und Anna von Katzenelenbogen. Die Wappen unterhalb der Passionsszenen verweisen auf Adelsgeschlechter, die an der Stiftung beteiligt waren.
Der ehemalige Hauptaltar der Wallfahrtskirche in Kamp-Bornhofen war von beeindruckender Größe. Heute sind die beiden Seitenflügel getrennt in zwei Museen zu sehen. Im LVR-LandesMuseum Bonn ist der untere Teil der Seitenflügel ausgestellt, der obere Teil ist im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu sehen. Das Mittelstück ist verloren; vielleicht war es eine Marienkrönung, denkbar wäre auch ein Pietà.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Macht und Mächte", Zweites Obergeschoss, im Bereich „Herrschen"