Zwiebelknopffibel mit Christogramm

In einem Steinsarkophag fand man unter anderem in einem Männergrab diese Gewandspange mit Christogramm. Foto: A. Thünker DGPh
Letztes Drittel 4. Jahrhundert
Fundort: Bonn, Jakobstraße (heute Kesselgasse)
Inventar-Nummer 72.0315.01 – Bronze vergoldet
Länge 8 cm
Foto: A. Thünker DGPh
Der in einem römischen Sarkophag beigesetzte Tote muss ein bedeutender Mensch gewesen sein. Seiner Herkunft nach war er kein Römer. Dies erzählen die Beigaben, die ihm für das Jenseits mitgegeben wurden.
Grabbeigaben
So deuten die silbernen Gürtelschnallen auf eine Herkunft aus dem Donauraum hin. Vor allem die Waffen – das Messer mit der Einlegearbeit aus Silber (Tauschierung) auf der Eisenklinge sowie das Langschwert – waren Beigaben, wie sie nur bei germanischen Kriegern vorkommen. Sie zeugen von dem über den eigentlichen Gebrauch im Kampf hinausgehenden symbolhaften Wert, den Waffen für sie besaßen. Römisch hingegen sind der Glaskrug und der Glasbecher.
Die auch „Fibel" genannte Gewandspange ist ein Beleg für den hohen Rang des Toten im Römischen Heer. Sie war eine staatliche Auszeichnung und wurde in dieser Qualität nur an hohe Beamte und Militärs vergeben. Das Christogramm Chi und Rho sowie die griechischen Buchstaben Alpha und Omega (christliche Deutung: Anfang und Ende) bekunden die starke, vom Kaiser geförderte Stellung des Christentums im Römischen Reich. Sie sind kein Beweis für eine Zugehörigkeit des Toten zur christlichen Gemeinde.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss Altbau, im Bereich „Erobern"