Weihaltar für die Aufanischen Matronen
Der Weihaltar für die Aufanischen Matronen. Foto: A. Thünker DGPh
164 nach Christus
Fundort: 1928/29 unter dem Münster in Bonn
Inventar-Nummer D 227 − Kalkstein
Höhe 130 cm, Breite 90 cm
Foto: Axel Thünker DGPh
Der von einem römischen Beamten aus Köln gestiftete Weihaltar gehört wohl zu den schönsten Reliefs der Matronen, Göttinnen der Fruchtbarkeit und der Fülle. Die drei Göttinnen werden in der einheimischen, ubischen Tracht in einer Nische auf einer Bank mit hoher Lehne sitzend dargestellt. Ubische Tracht, das heißt: vorne mit einer Spange geschlossene weite Mäntel. Die mittlere, jugendliche Göttin trägt ihre Haare offen. Die beiden Frauen rechts und links von ihr bedecken ihre Haare mit ballonartigen Hauben.
Der römische Beamte löste mit der Errichtung des Weihaltars für die Matronen ein Gelübde ein. Vielleicht sind hinter der hohen Lehne er selber zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter dargestellt.
Der Weihaltar ist ein Beispiel dafür, dass die Römer die fremden Göttinnen und Götter der von ihnen eroberten Bevölkerung respektierten und verehrten.
Die lateinische Weihinschrift lautet:
MATRONIS
AVFANIABVS
Q(uintus) VETTIVS SEVERVS
QVAESTOR C(oloniae) C(laudiae) A(rae) A(grippinensium)
VOTVM SOLVIT L(ibens) M(erito)
MACRINO ET CELSO CO(n)S(ULIBUS)
Übersetzung:
„Den Aufanischen Matronen. Quintus Vettius Severus, Quästor von Köln, hat (den Altar geweiht und) das Gelübde gern und angemessen eingelöst, (im Jahre, als) Macrinus und Celsus Konsuln (waren)."
Bei der Grabung des Landesmuseums unter dem Münster in Bonn, wurden noch eine Reihe weitere Matronensteine gefunden. Man nimmt an, dass sich dort ein Heiligtum für die Matronen befand.
Standort: Zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss, Altbau, Oberlichthalle