Reliquiarschnalle
Die Reliquiarschnalle zeigt Darstellungen von Menschen und Tieren. Foto: A. Thünker DGPh
6./7. Jahrhundert
Fundort: Kobern−Gondorf, Kreis Mayen−Koblenz
Inventar-Nummer 34,157 – Messingguss
Länge 10,9 cm, Breite 5,5,cm
Foto: A. Thünker DGPh
Die Gürtelschnalle zeichnet sich durch eine Reihe von Besonderheiten aus. Die Inschrift SIGGIRICVS FECIT (Siggiricus hat [mich/es] gemacht) ist sehr ungewöhnlich für eine sonst eher schriftlose Zeit wie das Frühe Mittelalter. Stolz auf die eigene Leistung spricht aus diesen Worten, die man aufgrund des Namens einem Germanen zuschreiben kann.
Verborgen im Inneren der Schnalle befindet sich ein Hohlraum, in dem kleine, nach dem Glauben der Menschen heil bringende Reliquien untergebracht werden konnten.
Das Bildmotiv
In das Metall geritzt oder hineingestempelt wurden Darstellungen von Menschen und Tieren. Sie sind als Botschaften an die Christen zu verstehen. Daniel in der Löwenggrube – ein oft dargestelltes, beliebtes Motiv - steht für die Erlösung des Gläubigen durch Gott; Jonas, vom Walfisch zuerst verschlungen und dann ausgespuckt, versinnbildlicht ebenso die Macht Gottes wie die Wasserschlange, die das Krokodil, die Verkörperung des Bösen, von innen auffrisst. Diese letzte Deutung ist allerdings etwas spekulativ.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss Altbau, Oberlichthalle