Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

Inhaltsverzeichnis Schriftgrösse Schriftgröße Plus              Schriftgroesse Minus

Sie befinden sich hier: > Startseite > Museum > Meisterwerke > Jan Brueghel der Ältere (1568 - 1595)

 

 

LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Jan Brueghel der Ältere (1568 - 1595) Markt am Flussufer, 1611


Foto  desGemäldes von Jan Brueghel dem Älteren: Markt am Flussufer, 1611
Copyright: Museumsverbund im LVR

Die Familie Brueghel in Antwerpen
Markt am Flussufer heißt dieses Ölgemälde. Die Signatur BRVEGHEL.1611. am linken unteren Rand des Bildes verrät, dass es sich bei dem Maler um keinen geringeren als  Jan Brueghel den Älteren handelt, der das Bild im Jahre 1611 in Antwerpen gemalt hat. In jener Stadt hatte sein berühmter Vater, Pieter Brueghel, die erfolgreiche Malerdynastie der Familie Brueghel begründet.

Das Besondere an Jan Brueghel
Das Besondere an Jan Brueghels Landschaftsbildern mit Szenen aus dem Alltagsleben ist, dass er zwei bislang getrennte Bildtypen, nämlich die Landschaftsmalerei und die Genremalerei, also die Schilderung des alltäglichen Lebens, in einem einzigen Bild zu einem neuartigen szenischen Ganzen zusammenfügt.
Unser Gemälde ist eines dieser neuartigen Bilder Jan Brueghels. Geschickt vermochte es der Maler, die weitläufige Flusslandschaft der rechten Bildhälfte mit den kleinteiligen Alltagsszenen des Marktes im linken Bildteil zu verbinden.

Detail des Gemäldes

Detail des Gemäldes von Jan Brueghel dem Älteren: Markt am Flussufer, 1611
Copyright: Museumsverbund im LVR

Links ist ein Herr mit Hut und rotem Umhang zu sehen. Er sitzt auf einem Ross und wendet sein spitzbärtiges Gesicht dem vor ihm stehenden Mann mit grünem Umhang und weißem Kragen zu, der seinen Hut gezogen hat. Er unterhält sich mit dem Reiter, der ihm aufmerksam zuzuhören scheint. Eine modisch gekleidete Frau mit langem Kleid, elegantem Hut und breitem weißen Kragen sowie ein kleines Mädchen begleiten ihn. Die zeitgenössische bürgerliche Kleidung dieser kleinen Gruppe im Vordergrund hebt sich deutlich von der einfachen Tracht der bäuerlichen Gesellschaft im Hintergrund ab.

Die Zentralperspektive
Durch den gezielten Einsatz zentralperspektivischer Mittel, wie der Größenstaffelungen von Gewässer, Häusern und Personen auf perspektivisch angelegten Bildachsen, gelingt es dem Maler, das Auge des Betrachters mitten in das Bildgeschehen hineinzuziehen.

Der gegensätzliche Bildaufbau
Ein Gewimmel von Menschen tummelt sich entlang des mit Häusern gesäumten Flussufers. Sie sind Teil eines geschäftigen Treibens, dass sich in kleineren und größeren Gruppen entlang des Stroms in der linken Bildhälfte formiert.
Ruhig, fast unbemerkt, treibt dagegen der grünlich-blaue Strom, der die gesamte rechten Bildhälfte einnimmt, dem Horizont entgegen. Ganz bewusst hat der Maler unseres Bildes diesen gegensätzlichen Bildaufbau der beiden Bildhälften gewählt, bei dem Fülle und Leere, Bewegung und Ruhe, bunte und monochrome Farben einander gegenübergestellt sind.