Meister des Bonner Diptychons
Meister des Bonner Diptychons: Die Kreuzabnahme Jesu und das Martyrium des heiligen Sebastian.
- Kreuzabnahme Jesu
- Martyrium des heiligen Sebastian
Um 1485
Inventar-Nummer 36.184 – Eichenholz
a) Höhe 37,3 cm, Breite 25,2 cm; b) Höhe 39,2 cm, Breite 25,4 cm
Ein zweiflügeliges Altarbild nennt man ein Diptychon. Wie häufig im Mittelalter, wissen wir nicht, wer der Künstler war, der diese Bilder mit feinem Pinselstrich gemalt hat. Es handelt sich um ein Andachtsbild, vor dem der oder die Gläubige über Leiden und Sterben meditierte. Auftraggeber war ein unbekannter Stifter, der in der Kreuzabnahme rechts unten im schwarzen Gewand porträtiert ist.
Die ‚Kreuzabnahme'
Der linke Teil des Diptychons stellt den Moment dar, in dem der Leichnam Jesu vom Kreuz genommen wird. Ein Mann zieht mit einer Zange die Nägel aus den Füssen des Leichnams heraus. Maria, am Boden sitzend, blickt schmerzvoll den Betrachter an, während der Jünger Johannes sie stützt. Auch die übrigen Personen verfolgen in Trauer das Geschehen.
Das ‚Martyrium des heiligen Sebastian'
Auf dem rechten Teil des Diptychons hat der Maler detaillreich das Martyrium des heiligen Sebastian dargestellt. Dieser Heilige soll als Soldat und bekennender Christ in der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian im Jahr 303 zu Tode gekommen sein. Zwei Armbrustschützen und ein Bogenschütze haben bereits Pfeile auf seinen fast nackten Körper verschossen.
Das Geschehen findet in einer Landschaft mit Burgen statt. In der Stadt im Hintergrund ist ein mittelalterlicher Baukran zu erkennen. Dies mag ein Hinweis auf Köln sein.
Auf der Rückseite des Tafelbildes mit der Kreuzabnahme befindet sich die Darstellung Christi als Erlöser der Welt (Salvator Mundi). Vor einer Landschaft wird er als Brustbild dargestellt, in der linken Hand hält er die gläserne Weltkugel, die rechte Hand ist segnend erhoben.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss, im Bereich „Andacht"