Grabstele von Niederdollendorf
Fränkische Grabstele aus Niederdollendorf. Foto: A. Thünker DGPh
7. Jahrhundert
Fundort: Königswinter-Niederdollendorf, Rhein-Sieg-Kreis
Invenrtar-Nummer 14189 – Lothringer Kalkstein
Höhe 53 cm, Breite 22-25 cm: Dicke 16-19 cm
Foto: A. Thünker DGPh
Ungewöhnlich sind die Bildmotive, die in die Vorder- und Rückseite dieser Grabstele gehauen wurden. Wer und was ist dort dargestellt? Von vielen wird die Stele als Ausdruck christlichen Glaubens im Frühen Mittelalter angesehen.
Dargestellte Männer
Auf der einen Seite steht ein Mann, der den Betrachter anblickt. Seine rechte Hand umfasst ein schräg vor dem Körper gehaltenes Schwert. Es ist eine fränkische Sax. Mit der anderen Hand hält er einen Kamm, mit dem er zwischen Ohr und Stirn die Bewegung des Kämmens simuliert. Der Gegenstand zu seinen Füßen ist als Feldflasche anzusehen. In die Arme scheinen Tiere mit Schlangenkörpern beißen zu wollen. Die Bedeutung, die diese Darstellung eines fränkischen Kriegers hat, bleibt im Dunkeln.
Auf der anderen Seite der Stele ist ein Mann dargestellt, der in der rechten Hand eine Lanze – ein alters Herrschaftssymbol – hält. Der da umrahmt von einem stilisierten Strahlenkranz steht, wird von den Forschern als „Himmelskönig" gedeutet. Hier ist der christliche Bezug klar erkennbar.
Vielleicht hat die Stele ursprünglich ein Grab gekennzeichnet. 1901 wurde sie auf einem Firmengelände gefunden und dem Museum geschenkt.
Standort: zu finden in der Dauerausstellung im Thema „Von den Göttern zu Gott", Erstes Obergeschoss Altbau, Oberlichthalle