Heinrich von Gemünd (?) ‚Schöne Madonna'
Heinrich von Gemünd (?): Die Schöne Madonna
Um 1395
Inventar-Nummer 16058 – Kalkstein
Höhe: 118 cm
Foto: LVR-LandesMuseum Bonn
Diese und ähnliche Darstellungen der Maria mit Kind nennen die Kunsthistoriker seit etwa 1923 „Schöne Madonna". Sie kennzeichnen damit den Typus der das Kind liebevoll mit der linken Hand umfassenden, in weite, fließende Gewänder gekleideten Maria. Die stehende Figur erhält durch eine leichte Drehung des Körpers eine gewisse Dynamik. Farbreste deuten auf eine ursprüngliche Bemalung hin.
Auch die Rückseite der Skulptur ist sorgfältig gearbeitet. Dort fällt der Mantel in langen Falten bis zum Boden. Ein feines Kopftuch bedeckt die Haare der Madonna. Mit geneigtem Haupt blickt sie den Betrachter an. Dieser Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass die Skulptur etwas erhöht stand und daher – wie in der heutigen Aufstellung − nur in Untersicht zu sehen war.
Bei der Bonner Madonna sind nur noch Fragmente des Jesuskindes erhalten. Ähnliche Madonnen sind z. B. aus Thorn, Sternberk und Breslau überliefert. Es ist daher nicht auszuschließen, dass die Bonner „Schöne Madonna", die auch als Beispiel für den „weichen Stil" um 1400 gilt, aus diesem Raum stammt.
Die ‚Schöne Madonna' wurde aus der Sammlung des Kölner Bürgermeisters Karl Thewalt erworben.
Standort: momentan zu finden in der Sonderausstellung "Schöne Madonnen am Rhein".
Ausstellung
Vom 26. November 2009 bis zum 25. April 2010 findet im LVR-LandesMuseum Bonn eine Ausstellung statt: "Schöne Madonnen am Rhein".