Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Turner, Hochkreuz und Godesburg

Aquarell von Joseph Mallot William Turner Hochkreuz mit GodesburgFoto: LVR-LandesMuseum Bonn

Joseph Mallot William Turner, Hochkreuz und Godesburg, 1817

Aquarell
Maße: Höhe 19,5 cm, Breite 30,3 cm
Erworben 1992 mit Unterstützung der Stiftung für Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen und der Wilhelm-Dorow-Stiftung
Das Aquarell ist zu sehen im Thema "Das Rheinland und die Welt" auf dem 2. Obergeschoss im Neubau, im Bereich "Rheinromantik".

Das Wappen von Bad Godesberg
Das moderne Wappen von Bad Godesberg zeigt auf einem bewaldeten Hügel eine Burg – an deren Turm das Wappen des Erzbistums Köln: ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Es ist die  Godesburg, deren Ruine einen malerischen Anblick bietet.

Joseph Mallot William Turner
Joseph Mallot William Turner, ein englische Maler, kam 1817 zum ersten Mal an den Rhein und war fasziniert. Anhand von Skizzen schuf er in diesem Aquarell eine Landschaft, in der die Natur, das mittelalterliche Hochkreuz und die im diffusen Licht sich erhebende Godesburg den Betrachter an einer nahezu entrückten Stimmung teilhaben lassen.       

Der Godesberg
Der Hügel, auf dem heute die Godesburg steht, war in germanischer Zeit ein Ort der Verehrung. Der aus dem Jahr 973 älteste überlieferte Ortsname lautete "Vuodenesberg", verwies also auf den Gott Wotan. Zu christlicher Zeit errichtete man dort eine Friedhofskapelle, die dem Erzengel Michael geweiht war. Dessen ungeachtet ließ Erzbischof Dietrich von Hengebach am 15. Oktober Jahr 1210 an dieser Stelle den Grundstein für eine
Höhenburg legen. Sie diente der Verteidigung des Erzbistums. Der Politik opferte er die Michaelskapelle –  eine in den Augen der Zeitgenossen nahezu frevlerische Tat.

Die Godesburg
Erzbischof Walram von Jülich ließ die Godesburg in den 1340er Jahren ausbauen. Dabei wurde der mächtige Bergfried im Zentrum der Burganlage vergrößert. Es gab außerdem einen repräsentativen Saal, Palas genannt. Die erste Etage des mehrstöckigen Kammerbaus diente dem Erzbischof als Wohn- und Schlafraum. Auf einem anderen Stockwerk war sein Gefolge untergebracht. Zwischen Palas und Kammerbau befand sich die Hofkapelle. Vermutlich waren auch geeignete Räume für das erzbischöfliche Archiv und für die Kanzlei vorhanden. Auf der Godesburg ließ es sich gut leben. Besonders wenn im 14. Jahrhundert der Erzbischof dort residierte. Dann waren ungefähr 100 Personen auf der Burg zu verköstigen. So wundert es nicht, dass die Küche mit den Wirtschaftsgebäuden und dem Brunnen recht groß war.

Die Sprengung
Mit der Pracht war es am 17. Dezember 1583 vorbei. Große Teile der Burg wurden während des Kölnischen Krieges, auch Truchsessischer Krieg ge-nannt, in die Luft gesprengt. Dafür trieben die angreifenden bayerischen und spanischen Truppen einen Stollen in den Felsen, füllten große Mengen Schießpulver hinein und brachten es zur Explosion. Anders war die Godesburg nicht zu erobern. Die Godesburg blieb eine Ruine; der Wiederaufbau unterblieb, da wegen der veränderten Militärtechnik, zum Beispiel der erheblich größeren Durchschlagskraft der Feuerwaffen dank des Einsatzes von Schießpulver, solche Burgen keine Sicherheit mehr boten.

Ausstellung im LVRL-LandesMuseum Bonn
Vom 21. Mai bis zum 18. Oktober 2009 ist im LVR-LandesMuseum Bonn die Ausstellung "Die Burg 1 : 25. Mittelalter im Modell" zu sehen. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für internationale Burgenkunde Aachen e. V.