Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Gemälderestaurierung: Untersuchungs- und Restaurierungsbericht eines Tafelbildes

Info:

Röntgenanlage

Nassholzkonservierung

Galvanoanlage

Gemälde

Nassholzrestaurierung

Röntgenuntersuchung

Kopien

Beratung

Praktika

Ansprechpartnerin:

Ute Knipprath

LVR-LandesMuseum Bonn
Bachstraße 5-9
53115 Bonn

Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 369
Fax: +49 (0) 221 / 82840 - 680
E-Mail: Ute.Knipprath@LVR.de

1. IDENTIFIZIERUNG

Objekt: Tafelbild (Teilstück eines Diptychons oder Triptychons ?)
Künstler: Meister des Aachener Marienlebens
Darstellung: Der Heilige Petrus mit dem Kölner Erzbischof Hermann IV. als Stifter
Datierung: Ende 15. Jahrhundert (um 1480)
Material: Ölfarbe(?)/ Eichenholztafel
Maße: Höhe maximal 48,2 cm, Breite maximal 36,4 cm,Tiefe der gedünnten Tafel 0,25 - 0,35 cm; inklusive Parkett 1,2 cm
Inventarnummer: 22476 (GK 135 A)


2. ANLASS ZUR UNTERSUCHUNG / RESTAURIERUNG

Der Zustand war wegen der großflächigen, farblich unpassenden und nach heutigem Verständnis unzureichend ausgeführten Ergänzung des Hintergrundes für den Betrachter irreführend und ästhetisch unbefriedigend. Ziel der Untersuchung waren die Rekonstruktion des ursprünglichen Erscheinungsbildes und die Erstellung eines Restaurierungskonzeptes.


3. VORGESCHICHTE / RESTAURIERUNGSGESCHICHTE

Das Provinzialmuseum erwarb das Gemälde 1912. Über seinen Zustand zu diesem Zeitpunkt ist nichts bekannt. Restaurierungsberichte sind bis zu einer 1984 dokumentierten Kurzmaßnahme nicht vorhanden. Daher musste die Objektgeschichte  anhand von Fotografien, wenigen schriftlichen Zeugnissen und der restauratorischen Untersuchung rekonstruiert werden. Den Schwerpunkt bildete die Frage nach der ursprünglichen Gestaltung des Hintergrundes.
Aufgrund der Fotorecherche konnten mehrere Neugestaltungen nachgewiesen werden, die durch die spätere Untersuchung bestätigt wurden. Zum besseren Verständnis des folgenden Textes wird hier zunächst die ermittelte Abfolge der Hintergrundgestaltungen in tabellarischer Form vorgestellt.

Abfolge der Gestaltungen des Hintergrundes:

Blau - Ende 15. Jh. (Original)
- Bildträger (Eichenholz)
- Grundierung, gelblich (Leim-Kreide)
- Blau, körniges Pigment (Azurit ?; Reste nur im Randbereich der
  Fehlstellen erhalten; siehe Kartierung), heute dunkel und grünlich

Unbekannter Zeitpunkt
Auftrag eines Überzuges (?) über einem bereits gealterten Zustand mit Fehlstellen und Oberflächenverschmutzung; der Überzug ist heute gealtert und braun verfärbt

Grau - Zustand von ? bis maximal 1852
Dunkelgrauer Anstrich ("Neutralretusche"), flächig und mit grobem Pinselstrich aufgetragen (siehe Aufnahme aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln), ohne Kittung über Fehlstellen zwischen den Balustradensäulen; dort unter späteren Kittungen teils noch aufzufinden

Gold - Zustand von ca. 1852 bis nach 1927
- Fehlstellen in allen Farbpartien mit hellblauer Kittmasse gefüllt
 (eingelagert weiße und gelblich-transparente Partikel)
- ockerfarbenes Anlegemittel
- Blattmetall (Gold ?), unpoliert

Hellblau - Zustand von ca. 1938 (?) bis 2000
Die als erneuert bekannte Vergoldung wurde entfernt, anschließend Neugestaltung entsprechend der vorgefundenen Reste der hellblauen Kittmasse, die als originale Farbschicht interpretiert wurde
- Grundierung, weiß, sehr homogen (wasserlöslich)
- dünne, beigefarbene Schicht mit kleinen schwarzen Pigmenten
- Hellblau, körnige Farbschicht

Zustand  mit mattvergoldetem HintergrundZustand mit mattvergoldetem Hintergrund

Auswertung historischer Texte und Fotografien

Die bisher früheste nachweisbare Auskunft zum Objekt findet sich im Sammlungskatalog eines früheren Eigentümers.  Unter der Nummer 70 wird ein Gemälde wie folgt beschrieben: "Ein Bischof in der Kleidung seiner kirchlichen Würde, mit dem Stabe  in der einen, und dem geöffneten Buch in der andern Hand, das Wappen eines hessischen Geschlechtes vor sich aufgestellt und seinen Schutzpatron, den heiligen Petrus hinter sich, kniet auf einer Terrasse. Dieses Gemälde bildete wahrscheinlich die Flügelthüre eines größeren Gemäldes, ist auf Goldgrund ausgeführt, bestens erhalten und mit einem vergoldeten Rahmen versehen. Auf Holz, 18,5 Zoll hoch, 13,5 Zoll breit." Auf dem erhaltenen Originalfoto aus der Zeit der Sammlung Weyer ist jedoch kein Goldgrund sichtbar, sondern - soweit auf der bisher gesehenen Abbildung des Fotos ablesbar  - eine in breiten Pinselstrichen aufgetragene dunkle "Neutralretusche". Die Neuvergoldung des Hintergrundes muss also durch Weyer nach der fotografischen Erfassung der Sammlung, aber vor dem Zeitpunkt der Beschreibung im Sammlungskatalog veranlasst worden sein. Die Formulierung "auf Goldgrund ausgeführt, bestens erhalten" bezöge sich dann auf das mit einem neuen Goldgrund versehene Gemälde.

In den Gemäldekatalogen des Provinzialmuseums Bonn von 1914 und 1927 ist jeweils die gleiche Aufnahme mit der um 1852 angelegten, unpolierten Blattgoldauflage abgedruckt. Möglicherweise wurde die Plattenaufnahme von 1912, die sich im Fotoarchiv des LVR-LandesMuseums Bonn (RLMB) befindet, für den Gemäldekatalog angefertigt. In beiden Katalogen findet sich die Angabe: "Der Goldgrund erneuert". Es muss sich hier um die durch Weyer veranlasste Neugestaltung handeln, da keinerlei Hinweise auf eine weitere Goldergänzung gefunden wurden.

Zustand  mit hellblauem HintergrundZustand mit hellblauem Hintergrund

Die nächsten vorliegenden Fotografien, 1980 für den Gemäldekatalog des RLMB von 1982 angefertigt, zeigen wieder einen veränderten Zustand. Die Vergoldung ist entfernt und durch einen monochrom hellblauen Hintergrund ersetzt worden. Offenkundig wurde beim Entfernen der Vergoldung deren hellblaue Untermalung gefunden und fälschlich als Rest der originalen Hintergrundgestaltung interpretiert. Die wesentlich kleineren, dunklen und gealterten Fragmente des eigentlichen Originals wurden nicht erkannt.  
Diese Maßnahme dürfte nach der Erstellung des  Kataloges von 1927 stattgefunden haben, in dem sich noch die alte Abbildung mit dem Goldgrund findet. Seit 1959 war der Restaurator Ernst Willemsen als Angestellter des Landschaftsverbandes Rheinland für das Landesmuseum zuständig und dokumentierte durchgeführte Maßnahmen. Daher ist anzunehmen, dass die Umgestaltung vor 1959 durchgeführt wurde. Ein möglicher Zeitpunkt wäre die Neukonzeption der Dauerausstellung in den späten 1930er Jahren, die Anlass für etliche größere Restaurierungsmaßnahmen war.
Vergleicht man diesen Zustand mit der Aufnahme von 1912, hat mit der Abnahme  der Vergoldung eine Reinigung des Gemäldes stattgefunden, der gealterte Firnis und umfangreiche malerische Ergänzungen wurden entfernt. Bei dieser oder einer früheren Reinigung wurde in einigen Farbflächen die originale Malerei beschädigt, besonders augenfällig ist dies im Bereich des Fußbodens. Ursprünglich zeigte der Bodenbelag ein Schachbrettmuster; über einer hellen Untermalung war jede zweite Kachel in Reihen wechselnd rot und grün bemalt. Die roten Farbbereiche sind heute nur noch unter dem Mikroskop ablesbar, die grünen stark angegriffen.

1984 wurde durch einen Restaurator der Werkstatt I des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege eine Konservierung durchgeführt und schriftlich dokumentiert.  Im Zuge dieser Kurzmaßnahme wurde keine Untersuchung durchgeführt, die mit bloßem Auge sichtbaren Goldpartikel der entfernten Hintergrundgestaltung des 19.Jh. führten jedoch zu der Vermutung, es könne sich um Reste eines originalen Goldgrundes handeln.

4. TECHNISCHE BESCHREIBUNG

Bildträger
Die Tafel besteht aus mindestens drei, eventuell vier Brettern mit vertikalem Faserverlauf. Die nur 2,5 - 3,0 mm dicke Tafel entstand möglicherweise durch Spaltung einer beidseitig bemalten Tafel. Die Rückseite wurde gedünnt und parkettiert. Die Brettfugen sind wegen der geringen Holzstärke und dem teils über Fugen aufgesetzten Parkett nicht ohne weiteres von verleimten Brüchen zu unterscheiden.
Es finden sich Holzfaser- und Leimrückstände eines entfernten Parkett- oder Sicherungssystems. Dunklere Holzpartien und -poren auf der Rückseite beweisen, dass die extreme Dünnung nicht während der letzten Maßnahme durchgeführt wurde, sondern vor dem Anbringen des entfernten Parketts. Vor dem Aufleimen des heute vorhandenen, aus schmalen Nadelholzleisten gefertigten Parketts wurde die Holzoberfläche lediglich geglättet. Die Einschubleisten sind alle noch beweglich. Über der Mittelfuge sind fünf flache Sicherungsklötzchen aus Laubholz aufgeleimt.
Die Tafel war ursprünglich in eine Rahmenkonstruktion eingenutet; dies beweisen die ungrundierten Tafelkanten und der Grundierungsgrat. Ob die Darstellung, wie Weyer vermutete, den Flügel eines Triptychons bildete oder Teil eines größeren Altarwerks war, kann nicht festgestellt werden.
Die neben dem Grundierungsgrat sichtbare Holzfläche  entspricht einer vergleichbaren Einnutung, daher sind die Tafelkanten wohl nicht über eine Glättung der Kanten hinaus seitlich beschnitten worden. Die deutliche Alterung der Kanten zeigt, dass sie zumindest während der letzten Maßnahme nicht bearbeitet wurden. Die heutigen Maße entsprechen noch den von Weyer angegebene, eine Bearbeitung der Kanten kann daher seit der Vermessung für den Katalog der Sammlung Weyer nicht stattgefunden haben.


Bildschicht
Vorleimung:
Eine Vorleimung des Holzes ist anzunehmen, konnte aber im Verlauf der bisherigen Untersuchung nicht nachgewiesen werden.

Grundierung
Die originale Grundierung (Leim-Kreide?) ist gelblichweiß, dünn aufgetragen und sorgfältig geglättet.

Infrarotaufnahmen der Unterzeichnung mit FarbbezeichnungInfrarotaufnahmen der Unterzeichnung mit Farbbezeichnung
Unterzeichung
In den Gewandpartien der Figuren lassen sich mit der Infrarotkamera Teile der Unterzeichung und eine Beschriftung sichtbar machen.  Schattierungen sind mit unterschiedlich dichten Schraffuren dargestellt. Die auf die Brust des Petrus geschriebene Farbangabe "Rot" verweist auf Arbeitsteilung in der ausführenden Werkstatt: Unterzeichnung und Malerei wurden durch verschiedene Personen angelegt, der Schreiber der Farbangabe übermittelte die Information über die vorgesehene Farbigkeit an den mit der Ausführung der Malerei beauftragten Mitarbeiter.
In der leicht transparenten dunkelroten Gewandpartie unten rechts sowie in der gelben Mantelinnenseite sind Schraffuren mit bloßem Auge zu erkennen. Die Unterzeichung wurde mit dem Pinsel und schwarzer Farbe angelegt, wie auch in Fehlstellen unter dem Mikroskop zu beobachten ist.

Vorritzungen
Die Außenkontur des Nimbus und die konzentrischen Kreise in der Nimbusfläche sind mit einem Zirkel in die Grundierung geritzt worden. Der Mittelpunkteinstich konnte allerdings bisher nicht nachgewiesen werden. Auch die Kontur des Kopfes wurde vorgeritzt.

Lösche/Isolierung
Die Oberfläche der Grundierung ist mit einer gelblichen Lösche/Isolierung versehen.

Ritzzeichnung
Die feinen Linien zur Anlage der mehrfarbigen Fußbodenkacheln im Schachbrettmuster wurden mit Hilfe eines Lineals in die noch weiche helle Farbschicht geritzt.

Blattmetallauflagen, poliert/Verzierungstechniken
Nur am Nimbus findet sich eine - mutmaßlich polierte - Blattmetallauflage über dünnem orangerotem Poliment. Die Schrift im Nimbus wurde mit sehr feinen Lochpunzen angelegt, zur weiteren Verzierung wurden Ringpunzen verwendet. Das Gold ist stark angegriffen und überarbeitet.
An der rechten Kante des Bildes befindet sich auf Höhe der Wappenzier zwischen Grundierung und Farbschicht eine Schicht rotes Poliment mit einer Blattgoldauflage, die von der Fassung des ursprünglichen Rahmens stammen muss.

Blattmetallauflagen, unpoliert
Blattgoldauflagen über ockerfarbener Unterlegung befinden sich im Bereich des Krummstabes, des Mitraschmucks und auf Teilen des Wappens. Über der feinen Linie an der Rückseite der Mitra liegt eine bräunliche Lasur. In diesem Bereich ist das Goldblatt weit weniger angegriffen als in anderen Partien. Möglicherweise blieb nur hier ein originaler Überzug erhalten, der in den größeren Goldflächen entfernt wurde.
Mit einer silberfarbenen Blattmetallauflage - wahrscheinlich Zinnfolie - gestaltet sind der Schlüssel, die hellen Flächen der beiden Wappen, die beiden Fahnen und zwei Federbüschel der Helmzier. Die ursprünglich silberfarbenen Flächen sind heute durch Alterung weitgehend stumpf und bräunlichgrau korrodiert sowie teilweise übermalt. 
Die Blattmetalle haften auf bräunlichgelbem, transparentem Anlegemittel, wohl ein Harz-Öl-Gemisch, das durch eingelagerte transparent-grüne Partikel eine leichte Körnigkeit erhält. 

Schwarzlotmalerei auf Blattmetallauflagen
Die schwarze lineare Malerei, zum Beispiel auf dem silbernen Schlüssel, wurde mit dem Pinsel aufgetragen. Diese Partien wurden fertig gestellt, bevor die restlichen farbigen Flächen angelegt wurden.

farbige Malerei  
In den farbig gestalteten Flächen ist die Malschicht eher gleichmäßig dick, ein leichter Pinselduktus ist im Streiflicht ablesbar. Licht- und Schattenpartien sind naß-in-naß in die Farbflächen eingearbeitet. Es fällt auf, dass die Hauptperson durch kräftige, kontrastreiche Farben - Blau, Gelb und Rot - betont wird. Die heute fast schwarz wirkenden Faltentiefen des Gewandes sind in dunkelrotem Lack gemalt. Hintergrund und Stifter zeigen dagegen eher zurückhaltende Mischtöne. Mit sehr feinem Pinsel minutiös gemalt wurden das Brokatmuster und die Darstellung der Goldschmiede- und Stickereiarbeiten auf den mit Blattmetallen unterlegten Flächen.

Je nach Pigment wurden unterschiedliche Bindemittel verwendet. Zur Entstehungszeit des Bildes ist für die meisten Bereiche Tempera- ( Ei-Öl-Emulsion) oder Ölmalerei (z.B. Nuss- oder Mohnöl, Leinöl) zu vermuten.
Das rote Gewand ist orangerot (Zinnober ?) unterlegt, zur weiteren Gestaltung wurde dunkelroter Lack in verschiedenen Helligkeitsstufen mit Weiß gemischt und naß-in-naß vermalt. Zuletzt wurden die dunklen Schattenpartien in dunkelrotem Lack und wenige Lichthöhungen in Weiß aufgesetzt.
Das Blau des Mantels besteht aus körnig-kristallinem Pigment (Azurit ?), mit Weiß gemischt. In dunkleren Flächen wurde das Blau ohne Weißbeimischung auf die mittelblaue Untermalung gesetzt. Die tiefsten Schatten sind in dunkelrotem Lack gemalt, der heute Braun wirkt, aber mikroskopisch als leuchtendes Rot abgelesen werden kann.
Das Gelb (Blei-Zinn-Gelb?) ist ebenfalls naß-in-naß verarbeitet worden. In hellen Partien ist Weiß beigemischt, in Schattenpartien roter Lack und Braun, tiefe Schatten sind in transparentem Braun aufgesetzt.
Das Grün ist leuchtend und transparent (Kupferresinat oder –oleat ?), hellere Partien sind mit Gelb gemischt, Schattenpartien mit Schwarz.
Für weiße Partien und Weißmischungen kann die Verwendung von Bleiweiß angenommen werden. Das kühle Grau der Haare, die Faltentiefen der weißen Gewänder und das Muster der weißen Mitraflächen zeigen unter dem Mikroskop eine Beimischung von  blauen Pigmentkörnern. Die auf dem Gold der Mitra dargestellten gestickten Perlen sind plastisch aufgesetzt. Die gemalten weißen Ranken auf den silbernen Partien des Wappens sind heute weitgehend transparent („Bleiweißverseifung").
Das Brokatmuster der Kasel des Bischofs ist grünlichgrau unterlegt (Mischung mit Blau), darüber liegen die schwarzen Partien des Musters. Zuletzt wurde die kleinteilige Struktur mit feinen hellgelben, rötlichgelben (rote Beimischung des Gelb) und weißen Strichen aufgemalt.
Das Kissen ist Zinnoberrot unterlegt, darauf sind mit rotem Lack Schattierungen und Muster gemalt.
Die Inkarnate wurden nach Fertigstellung der Gewänder als Letztes angelegt, wie anhand einer Überlappung am Kragen des Petrus festzustellen ist. Die Flächen wurden zunächst mit einer Mischung aus Weiß, Rot, Blau und Schwarz rosafarben unterlegt, Lichthöhungen wurden mit Weiß gemischt, die Wangen mit Rot. Dann wurden die Details gemalt. Die Augäpfel sind Weiß mit Blaubeimischung, die Augenwinkel sind Zinnoberrot. Die Iris ist Dunkelbraun mit einer dünnen schwarzen Kontur auf einer Seite, die Pupillen sind schwarz, jeweils mit einem aufgesetzten weißen Lichtpunkt.  Die untere Augenkontur und die Lidfalte sind mit dunkelrotem Lack gemischt, die obere Augenkontur ist schwarz.  Die Falten unter den Augen, die Brauen und die Wimpern sind graubraun. Die Plastizität des Mundes wird durch unterschiedlich dick aufgetragenen roten Lack dargestellt, die Mittellinie ist schwarz. Am Übergang zum Bart sind einzelne graubraune Härchen aufgesetzt. Der Bart ist kühl grau, in dunkleren Partien graubraun ausgemischt.
Falls das ursprüngliche Blau des Hintergrundes (Azurit) wässrig gebunden war,   zeigte es eine leuchtende Farbigkeit und ein edelsteinartiges Glitzern. Ein öliger Bindemittelanteil kann zur Bildung von dunklem, grünlichem Kupferoleat geführt haben. Eine (weitere) Verdunkelung der Fläche erfolgte im Lauf der Zeit durch Firnis und Schmutz.
Der Fußboden wurde zuerst durchgehend in hellem Rosa angelegt. Nachdem die Linien des Schachbrettmusters mit dem Lineal in die noch weiche Farbe geritzt worden waren, wurde jede zweite Kachel alternierend in grünem und rotem Lack farbig bemalt. In der Schattenpartie zu Füßen des Petrus wurde das Muster offenbar nicht fortgeführt.

 

5. ZUSTAND

Craquelé
Die Malschicht zeigt ein feinteiliges Netzcraquelé, je nach Farbpartie unterschiedlich dicht. Die ergänzte blaue Hintergrundfläche zeigt keinerlei Alterungsspuren.

Fehlstellen
Bereits die ungleichmäßige, unter dem Niveau der erhaltenen Malerei liegende Oberfläche vor allem in den Flächen zwischen den Balustradensäulen ließ vermuten, dass die originale Grundierung unter der ergänzten hellblauen Farbschicht nicht in ihrer gesamten Schichtdicke erhalten sein konnte. Auf den Röntgenaufnahmen waren Fehlstellen in Grundierung und Malschicht gut ablesbar. Freilegungsproben ergänzten den Befund: Im gesamten Hintergrund ist die Malschicht entfernt worden, oberhalb der Balustrade wurde auch die Grundierung bis auf die Holzoberfläche entfernt und durch eine neue Grundierungsschicht ersetzt. Lediglich zwischen den Säulen der Balustrade und im Randbereich der Löwen fanden sich noch  Reste der originalen Grundierung mit kleinen Fragmenten der originalen blauen Farbschicht beziehungsweise der hellblauen Untermalung der entfernten Vergoldung. Ob eine Beschädigung und/oder optische Veränderung der blauen Farbschicht oder der gewandelte Zeitgeschmack zu der Umgestaltung führte, kann nicht mehr nachvollzogen werden.
Fehlstellen in anderen Bildbereichen sind eher durch natürliche Alterung entstanden, Haftungsverlust zwischen den Bildschichten führte zum Abfallen von Teilen der Mal-  bzw. Bildschicht. Größere Fehlstellen befinden sich hauptsächlich in der rechten unteren Bildecke im Bereich des Wappens und der Dalmatika des Stifters. Kleinere Fehlstellen liegen in der linken unteren Bildecke und entlang der neu verleimten Brettfugen.
In der Bildmitte befindet sich eine ca. 3 cm breite und 15 cm hohe Zone mit  einer auffälligen Häufung kleinerer Fehlstellen. Eine Ursache dafür war nicht nachvollziehbar.

Verputzungen
Viele Farbpartien sind mehr oder minder stark verputzt und berieben. Vergleicht man die Aufnahme von 1914 mit dem heutigen Zustand, hat seitdem zumindest eine Reinigung bzw. Abnahme umfangreicher Retuschen und Übermalungen stattgefunden.
Am augenfälligsten ist das mehrfarbige Schachbrettmuster der Fußbodenkacheln betroffen. Die ursprünglich roten Flächen sind bis auf die beigefarbene Untermalung gereinigt, in den ursprünglich grünen Flächen sind noch geringe Reste der stark reduzierten Lackschicht erhalten. Auf der älteren Aufnahme ist eine mehrfarbige Gestaltung der Bodenfliesen noch vorhanden, allerdings könnte es sich auch hier schon um Ergänzungen der bei einer früheren Reinigung beschädigten Partie handeln.
Erheblich angegriffen sind fein gemalte Details wie die schwarze Malerei auf den vergoldeten Flächen und das hellgelbe Muster der Säulen. Möglicherweise wurde auch ein bräunlicher Überzug von den Goldpartien der Mitra entfernt. Der Nimbus ist so stark beschädigt, dass seine ursprüngliche Gestaltung nicht mehr im Detail geklärt werden kann.

Retuschen
Bei Tageslicht und unter ultraviolettem Licht sind größere Retuschen im Bereich des Wappens, in der linken unteren Ecke, entlang der Brettfugen und im Gewand des Petrus ablesbar. Darüber hinaus finden sich punktuelle kleinere Retuschen, hauptsächlich in einer länglichen Zone im Gewand des Petrus. Die stark gealterten silberfarbenen Partien sind grob übermalt. Die Retuschen sind farblich unpassend und überlappen auf die erhaltene Malerei. Der Hintergrund im Balustradenbereich ist sehr unzureichend retuschiert.

Kittungen
Die Kittung der Fehlstellen ist unzureichend, die Oberfläche entspricht meist weder im Niveau noch in der Struktur der Umgebung. Kleinere Ausbrüche blieben ungekittet.

Firnis
In Vertiefungen der Pinselstruktur sowie Fehlstellen liegen gebräunte und gegilbte Reste abgenommener Firnisschichten. Der nach der letzten Restaurierung im 20. Jahrhundert aufgetragene Firnis ist bisher nur schwach gegilbt.

Oberflächenverschmutzung
Auf der Bildschichtoberfläche haftet eine braungraue, matte Schmutz- und Staubschicht.

6. ABFOLGE DER BEARBEITUNGEN DES HINTERGRUNDES

Rekonstruktion der verschiedenen GestaltungenRekonstruktion der verschiedenen Gestaltungen

1.)  Ende 15. Jahrhundert (originale Gestaltung): Blau
Unterhalb des rechten Ärmels des Petrus sowie in den Zwischenräumen der Krümme des Bischofsstabes sind kleine Partien der originalen grünlichblauen, körnig pigmentierten  Farbschicht auch mit bloßem Auge sichtbar. Während der Freilegung fanden sich im Randbereich der Fehlstellen zwischen den Balustradensäulen sowie des Übergangs zur ergänzten Grundierung weitere kleine Bereiche der originalen Farbschicht auf gelblicher, craquelierter Grundierung. Die originalen Fragmente zeigen in allen erhaltenen Bereichen die gleiche Farbigkeit, der ursprüngliche Hintergrund war flächig Blau oder blaugrundig gestaltet. Die Farbschicht ist zu dunkel, um auf eine zur Entstehungszeit des Bildes schon denkbare Landschaftsdarstellung mit "Luftperspektive" schließen zu lassen, die gerade am unteren Rand des Hintergrundes sehr hell sein müsste. Zeitgleich entstanden aber noch viele monochrom dunkelblaue Hintergründe.  Diese vergleichsweise einfache Gestaltung wurde überwiegend für Flügelaußenseiten verwendet.

In der Krümme des Bischofsstabs ist die originale Farbschicht des blauen Hintergrunds erhalten gebliebenIn der Krümme des Bischofsstabs ist die originale Farbschicht des blauen Hintergrunds erhalten geblieben

2.)  unbekannter Zeitpunkt: Auftrag einer Firnisschicht
In Fehlstellen der originalen Farbschicht liegt ein gealterter, braun verfärbter Überzug . Er wurde aufgetragen, nachdem die Farbschicht bereits Beschädigungen aufwies, Wahrscheinlich wurde mit dem Überzug auch eine auf der Farbschichtoberfläche haftende Schmutzschicht gebunden.  

3.)  unbekannter Zeitpunkt bis maximal 1852: Grau
In ungekitteten Fehlstellen zwischen des Balustradensäulen fanden sich Reste einer harten, monochrom dunkelgrauen Farbschicht, deren Erscheinungsbild der frühesten Abbildung im Katalog der Sammlung Weyer entspricht (grauer Farbanstrich in der Art einer „Neutralretusche" auf der gesamten Fläche des Hintergrundes; siehe Punkt 3).

In einer Freilegungsprobe zwischen den Säulen der Balustrade werden Reste des dunkelgrauen Farbanstrichs sichtbarIn einer Freilegungsprobe zwischen den Säulen der Balustrade werden Reste des dunkelgrauen Farbanstrichs sichtbar

4.)  circa 1852 bis nach 1927: Gold
Bei den bereits in einem früheren Restaurierungsbericht beschriebenen Vergoldungsresten  handelte es sich um verbliebene Partikel einer entfernten Ölvergoldung des 19. Jahrhunderts. Diese Goldpartikel fanden sich bei Betrachtung unter dem Mikroskop auf der gesamten Bildoberfläche, vor allem aber im Randbereich der entfernten Vergoldung, z.B. dem Geländer oder den beiden Affen.

5.)  vor 1959 bis 2000: Hellblau
Der vorgefundene einheitlich hellblaue Hintergrund war das Resultat einer umfassenden Überarbeitung: Eventuell noch vorhandene Reste der Bildschicht sind oberhalb der Balustrade entfernt worden. Sowohl die Röntgenaufnahmen als auch die mikroskopische Untersuchung zeigten keine Reste der originalen Bildschicht unter der neuen Grundierung, abgesehen von Partikeln im Randbereich der erhaltenen Malerei.
Die weiße Grundierung ist neu aufgetragen und flächig geglättet worden. An den Rändern sind die Malkanten / Grundierungsgrate entsprechend der erhaltenen Partien beschnitten worden. Die neue Grundierung findet sich auch in den älteren Fehlstellen zwischen den Säulen der Balustrade, der Auftrag liegt über der grauen Farbschicht der 3. Gestaltung und den Resten der entfernten Vergoldung. Dann wurde die dicke, hellblaue Farbschicht aufgetragen.
Auf der Tafelrückseite finden sich in Vertiefungen Grundierung und blaue Farbe dieser jüngsten Ergänzung, die durch Löcher im Bildträger auf die Rückseite geflossen sind. Die Löcher erwiesen sich als Fraßgänge eines früheren Schadinsektenbefalls, die beim Spalten bzw. Dünnen der Holztafel angeschnitten worden sind.


7.  ÜBERLEGUNGEN ZUM RESTAURIERUNGSKONZEPT

a) Entrestaurierung, Verzicht auf neue Ergänzungen
Eine aus restauratorischer Sicht konsequente Lösung wäre die Entfernung aller Ergänzungen bis auf die erhaltenen Reste der originalen Malerei und Grundierung. Der Bereich des Hintergrundes würde dann weitgehend in einer holzsichtigen Fläche bestehen. Als dominierender Eindruck würde der fragmentarische Zustand des Objektes betont werden. Aus ästhetischer Sicht ist dies nicht befriedigend, da der Wechsel zwischen erhaltener Malerei und tiefer liegendem holzsichtigem oberem Drittel der Tafel sehr unhomogen wirken würde. Aus konservatorischer Sicht ist die großflächige Entfernung der ergänzten Grundierung nicht ohne Belastung des Originals möglich. Ein  Vorteil läge in der Vermeidung einer im Verhältnis zur Bildfläche sehr großen Ergänzung.

b) erneute Ergänzung der fehlenden Partien
Auch die Alternative in Form einer farbigen Ergänzung wies problematische Aspekte auf: 
• Kann allein auf Basis der vorgefundenen minimalen Farbreste eine derartige Entscheidung begründet werden? Voraussetzung war eine den restauratorischen Befund ergänzende Bestätigung des vermuteten monochrom blauen Erscheinungsbildes des Hintergrundes von kunsthistorischer Seite.
• Kann die Ergänzung der dunkelblauen Hintergrundfläche das ursprüngliche Erscheinungsbild der Malerei in akzeptabler Weise wiederherstellen? Das optische Gegengewicht in Form der kräftig roten und grünen Fußbodenkacheln im unteren Bilddrittel fehlt, eine Ergänzung dieser großflächigen Verputzungen ist nicht vertretbar.
• Wie kann die großflächige Retusche einerseits technisch ausgeführt und andererseits als Ergänzung kenntlich gemacht werden (zum Beispiel in Form einer Strichretusche)? Fraglich ist, ob sich die retuschierte Fläche dem Betrachter als Ergänzung vermittelt, da es sich ja nicht um eine Fehlstelle innerhalb einer Fläche erhaltener Malerei handelt, sondern um das komplette obere Drittel der Darstellung.


8. RESTAURIERUNGSKONZEPT

Die Hypothese eines monochromen Hintergrundes wurde kunsthistorisch  überprüft und bestätigt. In einer Besprechung mit dem damaligen Direktor des Museums, Prof. Zehnder, wurde von seiner Seite die Möglichkeit einer Entrestaurierung ohne Ergänzung als äußerst unbefriedigend gesehen – ein fragmentarischer Zustand mit holzsichtigen und deutlich unter dem Niveau der Bildschichtoberfläche liegenden Partien zwischen den Säulen der Balustrade und im oberen Bilddrittel schien ihm weder vermittelbar noch ausstellungsfähig.
Besonders im Fall eines so umfangreich beschädigten Objektes kann jegliche Art der Ergänzung oder Entrestaurierung nach einem Wandel der Sichtweise und/oder des Geschmacks bereits in einigen Jahrzehnten durch eine neuerliche Umgestaltung ersetzt werden. Unter diesem Aspekt war aus konservatorischer Sicht ein Eingriff  mit möglichst geringer Belastung der originalen Substanz zu befürworten, also ein Konzept unter Beibehaltung der konservatorisch unbedenklichen ergänzten Grundierung. Deren Entfernung wäre nicht ohne Beanspruchung der originalen Bildschicht im Randbereich der Fehlstellen und der Holztafel möglich.
Die Entscheidung fiel zugunsten einer feinen Strichretusche, die im Anschluss an die Abnahme von Firnis, Retuschen, Übermalungen und der Farbschichten des ergänzten Hintergrundes auf der belassenen Grundierung ausgeführt werden sollte. Ziel der Maßnahme war die Annäherung an den Farbwert der erhaltenen Fragmente originaler Farbigkeit. Die Farbigkeit sollte etwas weniger kräftig sein, die Strichstruktur der Retusche sollte aus der Nähe ablesbar sein, aber nicht auf den ersten Blick dominant wirken.
Sollte zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Lösung gewünscht werden, kann die Strichretusche weitgehend ohne Belastung originaler Substanz entfernt werden.

Zustand  nach Abnahme aller Retuschen und der hellblauen Farbschicht im Hintergrund, nach dem Kitten der Fehlstellen

Zustand  nach der RetuscheZustand nach der Retusche


9. DURCHGEFÜHRTE MASSNAHMEN

Gemälde
• Oberflächenreinigung
• Firnisabnahme
• Abnahme der Retuschen, Übermalungen und der Ergänzung des Hintergrundes  (mit Lösemittel, teils Abnahme mit dem Skalpell unter dem Stereomikroskop)
• Reduzieren der Kittungen auf die eigentlichen Fehlstellen (Anquellen, Abnahme mit dem Skalpell unter dem Stereomikroskop), Entfernen der Kittungen zwischen den Balustradensäulen, da die Haftung auf den Resten der darunter liegenden grauen „Neutralretusche" unzureichend war
• Entfernen der Reste der grauen „Neutralretusche" zwischen den Balustradensäulen (Anlösen, Abnahme mit dem Skalpell unter dem Stereomikroskop)
• Überkittete Fragmente der originalen Bildschicht wurden konsequent freigelegt, auch wenn sie im Randbereich von Fehlstellen aufgrund von Beschädigungen etwas unter dem Bildschichtniveau liegen.
• Freilegen des Nimbus; Abnahme von Resten einer über dem reduzierten Original liegenden Neuvergoldung (Anlösen, mechanische Reduzierung mit dem Skalpell unter dem Stereomikroskop)
• Festlegen von Bildschichtabhebungen, häufig im Randbereich von Fehlstellen nach dem Entfernen von Retuschen, Kittungen und Resten der grauen „Neutralretusche"
• Vorleimen von Fehlstellen
• Kittung von Fehlstellen
• Glätten der Kittungen
• Isolieren der Kittungen
• Vorretusche
• Auftrag eines neuen Firnis mit dem Pinsel
• Schlussretusche: kleinere Fehlstellen wurden als Vollretusche geschlossen, größere Beschädigungen und nicht rekonstruierbare Bereiche wurden im Farbton der Umgebung entsprechend und mit einer feinen Strichstruktur geschlossen, so im ehemals blauen Hintergrund sowie im Bereich der Wappen
• Auftrag eines vorläufigen Schlussfirnis

Untersuchung, Bericht, Restaurierung: Katharina Liebetrau (LVR-LandesMuseum Bonn)
digitale Bildrekonstruktionen: Andreas Hoppenrath (LVR-LandesMuseum Bonn)
Röntgenaufnahmen: Bodo von Zelewski (LVR-LandesMuseum Bonn)
Infrarotaufnahmen: Michael Thuns (RAfD)