Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

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LVR-LandesMuseum Bonn

Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 0
Fax: +49 (0) 228 / 2070 - 299
E-Mail: info.landesmuseum-bonn@lvr.de

 

 

Öffnungszeiten 
Di.-Fr., So. 11.00 - 18.00 Uhr
Sa. 13.00 - 18.00 Uhr
Mo. geschlossen,

Gruppenführungen für Schulklassen ab 10:00 Uhr möglich


Eintritt:

Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.

Kartenvorverkauf bei
bonnticket.de

 

Öffnungszeiten Bibliothek:

Mo. - Fr.: 8.00 - 16.00 Uhr


 

Nassholzkonservierung

Info:

Röntgenanlage

Nassholzkonservierung

Galvanoanlage

Gemälde

Nassholzrestaurierung

Röntgenuntersuchung

Kopien

Beratung

Praktika

Ansprechpartnerin:

Ute Knipprath

LVR-LandesMuseum Bonn
Bachstraße 5-9
53115 Bonn

Tel.: +49 (0) 228 / 2070 - 369
Fax: +49 (0) 221 / 82840 - 680
E-Mail: Ute.Knipprath@LVR.de

Einblick in den großen Raum der Nassholzkonservierung mit den beheizten Edelstahlbecken zur Tränkung der HölzerEinblick in den großen Raum der Nassholzkonservierung mit den beheizten Edelstahlbecken zur Tränkung der HölzerBei der Neukonzeption der Restaurierungswerkstatt im LVR-LandesMuseum  wurde auf einer Gesamtfläche von 500 Quadratmetern eine Bereich zur Bearbeitung von großen Bodenfunden aus wassergesättigtem Holz geschaffen. Schiffe, Brunnen, Architekturteile von Mühlenbauten, Wasserleitungen, große Fässer und vieles mehr werden hier in mehreren Arbeitschritten konserviert. Durch die Auskiesung am Niederrhein oder die Gewinnung der Braunkohle im Tagebau kommen große Fundmengen ans Tageslicht, die umgehend behandelt werden müssen, da sie bei einer unkontrollierten Trocknung unwiederbringlich zerstört werden.

Die erste Maßnahme nach der Bergung ist die grobe Reinigung von anhaftender Erde und die Zwischenlagerung in großen Wasserbecken.
Dazu steht im Depot des LVR-LandesMuseums in Meckenheim ein Nasslagerraum von 185 Quadratmetern mit sechs Lagerbecken von zwei bis 11 Metern Länge mit  45.000 Litern Fassungsvermögen zur Verfügung. Nassbereich zur Reinigung von großen Exponaten mit Edelstahlgitterrost und variabler Spritzschutzwand sowie die Edelstahlbecken zum Reinigen von kleinen und mittelgroßen Fundobjekten.Nassbereich zur Reinigung von großen Exponaten mit Edelstahlgitterrost und variabler Spritzschutzwand sowie. die Edelstahlbecken zum Reinigen von kleinen und mittelgroßen Fundobjekten.

Die Einbringung in die Lagerbecken erfolgt mit Hilfe einer Kranbahn, die über alle Becken läuft. Die 35 Meter lange Kranbahn ist für eine Höchstlast von 500 Kilogramm ausgelegt.

Zur weiteren Bearbeitung kommen die Hölzer in die Restaurierungswerkstatt nach Bonn:

Für die Reinigung von Großobjekten steht ein gekachelter Nassbereich von  neun Quadratmeter auf 5,5 Metern Länge zur Verfügung. Über einen Edelstahlgitterrost mit  variabler Spritzschutzwand läuft das Schmutzwasser in eine Bodenwanne und über einen Schlammfang in die Kanalisation ab .

Zwei große Edelstahlwaschbecken mit Ablagetischen für Objekte bis zu sieben Metern Länge sind für die Reinigung kleiner und mittelgroßer Objekte vorbehalten.

Mit Hilfe einer Kranbahn mit 48 Metern Gesamtlänge, die vom Reinigungsbereich über alle großen Becken bis zum Montagebereich verläuft, werden die Objekte zwischen den einzelnen Arbeitsbereichen bewegt. Diese Kranbahn hat eine Traglast von zwei Tonnen.

Gekacheltes Becken für die Zwischenlagerung der Hölzer sowie im  Hintergrund die Tür zum dahinter liegenden  KühlraumGekacheltes Becken für die Zwischenlagerung der Hölzer sowie im Hintergrund die Tür zum dahinter liegenden KühlraumWenn die benötigten Konservierungsbecken noch belegt sind, erfolgt zwischen Reinigung und Konservierung  eine Zwischenlagerung in einem gekachelten Becken mit 5000 Litern Fassungsvermögen.

Die Konservierung (Austausch des Wassers im Holz mit Polyäthylenglykol) von Großobjekten erfolgt in drei großen bis 70° Celsius beheizbaren Edelstahlbecken mit Umwälzpumpen von 2,5 bis 5,5 Meter Länge. Das Fassungsvermögen beläuft sich auf insgesamt 7700 Liter.
Zur Tränkung kleinerer Objekte stehen bis zu fünf kleine, bis 70° Celsius beheizbare Edelstahlbecken mit insgesamt 870 Litern Fassungsvermögen von 100 bis 350 Liter zur Verfügung.

Nach der Teiltränkung werden die Objekte im Tiefkühlraum eingefroren.
Dieser teilt sich in einen Vorkühlraum  mit 0° Celsius auf  11 Quadratmetern und einen Tiefkühlraum mit – 25° Celsius auf 26 Quadratmetern.

Anschließend erfolgt die Sublimierung (Verdampfung des Restwassers  im Holz) in einer Gefriertrocknungsanlage. Sie hat eine Länge von 2,2 Metern und einen Durchmesser von 60 Zentimetern. Das Raumvolumen beträgt 660 Liter. Hier können Objekte auf bis zu drei Tablettebenen eingeschoben werden.
Die Anlage wird mit drei Vakuumpumpen betrieben. Die große Pumpe hat eine Leistung von 100 Kubikmetern in der Stunde und wird nur für den Startvorgang benötigt. Die kleine Pumpe mit einer Leistung von 46 Kubikmetern in der Stunde wird für den Betrieb von bis zu mehreren Wochen, je nach Objektgröße und Menge, eingesetzt.  Die dritte Pumpe wird automatisch bei Ausfall einer der beiden anderen Pumpen zugeschaltet, um einen Druckabfall zu verhindern. Es sind vier Kondensatoren mit einer Leistung von je fünf Kilogramm Eis an die Vakuumkammer angeschlossen.

Die Durchlaufzeit  der Hölzer durch die verschiedenen Verfahren liegt zwischen sechs Monaten und eineinhalb Jahren. Dies richtet sich nach der Größe und dem Abbaugrad des Holzes.
Je nachdem, ob die Exponate  in einer Ausstellung gezeigt werden sollen oder bis zur wissenschaftlichen Bearbeitung gelagert werden, folgt die Restaurierung sowie Ergänzung, oft mit speziellen technischen Präsentationsstützen, bis zum ausstellungsfähigen Objekt.