Objekt des Monats
Der Schädel von Boppard
Der Schädel (1.-3. Jahrhundert), der zur Zeit im LVR-LandesMuseum Bonn in der Aus-stellung „Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich“ (11. April – 18. August 2013) zu sehen ist, wurde im November 1903 bei Erdarbeiten zur Regulierung des Mün-dungsareals des Mühltalbaches in Boppard in 1,80 m Tiefe in sandigem Fluss (Bachsedi-menten) gefunden. Die Fundstelle befand sich im Bereich der frühen römischen Siedlung von Boppard, die etwa zwischen dem Mühltal, der Rheintalstraße (heute Koblenzer Straße) und dem Rheinufer lag.
Bei dem Schädel wurde seitlich ein Eisendorn mit einer daran befindlichen Kette getrieben. Diese Zurichtung spricht dafür, dass er zur Abschreckung und/oder Entehrung der getöteten Person öffentlich zur Schau gestellt wurde, eine seit der Zeit der Römischen Republik belegte Vorgehensweise. Rund um den Kopf zeichnen sich außerdem horizontal umlaufende Schnittspuren einer Skalpierung ab. Weitere schaurige Geschichten gibt es in unserer Ausstellung „Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich“.
Der Schädel findet befindet sich in Privatbesitz.
Foto: Vogel LVR-LandesMuseum Bonn